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Dichtungstechnik: So laufen Maschinen und Anlagen verlustfrei mit voller Leistung

Nahaufnahme Fräse und BohrerTreten im Maschinen- und Anlagenbau verminderte Leistungen auf, oder gibt es bei Aggregaten Beeinträchtigungen in der Funktion, kann es gut sein, dass an einer Stelle die Dichtung nicht mehr vollständig schließt. Treten Flüssigkeiten oder Gase aus, ist der Ingenieur gefragt und muss das Leck schnell schließen, damit es nicht zu Fehlfunktionen, Ausfällen oder gar Schäden in den betroffenen Anlagen und Maschinen kommt. Es gibt dabei eine Vielzahl an Dichtungssystemen, welche in verschiedenen Bereichen der industriellen Fertigung von großem Nutzen sind.

Gerade im Labor, aber auch in produzierenden Betrieben, die mit giftigen oder ätzenden Substanzen arbeiten, muss durch eine zuverlässige Abdichtung aller Komponenten jederzeit gewährleistet werden, dass keine unnötigen Schadstoffe in die Umwelt gelangen. Wir geben Ihnen in diesem Artikel eine kleine Auswahl an Branchen und möglichen Einsatzprojekten, in denen profunde Dichtungen unabdingbar sind und zeigen auf, wer im Notfall zuständig ist und schnell helfen kann.

Antriebstechnik und erneuerbare Energien: Grünen Strom nicht einfach ungenutzt verpuffen lassen

Beim Viertaktmotor, wie auch beim Servoantrieb, ist es von großer Wichtigkeit, dass alle Leitungen und Schläuche absolut durchlässig und gleichzeitig nach außen hin gut versiegelt sind. Nur so kann eine Maschine in vollem Umfang funktionieren, eventuell angeschlossene Werkzeuge lassen sich bei einem Servoantrieb andernfalls nicht so exakt positionieren und ein akkurates Arbeiten wird unnötig erschwert.

Bei Sonnenkollektoren sorgen Wellendichtringe auch unter der Einwirkung hoher Temperaturen dafür, dass die gesammelte Energie zuverlässig in die Energiespeicher weitergeleitet werden kann. Häufig gibt es jedoch in großen Wind- und Solarparks Schwierigkeiten mit porösen Dichtungen, wenn die Temperaturen im Winter besonders niedrig sind, oder auf hoher See mit kalten Nordwinden zu rechnen ist. Hier sind Spezialisten für Dichtungstechnik gefragt, die nach einer gründlichen Analyse der Anlage die genauen Probleme identifizieren und passendes Material zur Abdichtung der leitenden, stromführenden Leitungen bereithalten, welches auch signifikante Temperaturschwankungen über einen langen Zeitraum unbeschadet überstehen kann.

Dichtungstechnik in der Automobilindustrie und bei Baumaschinen: Belüftung und Hydraulik ohne Verluste

Neben verlässlichen und vor allem sicheren Dichtungen in der Antriebstechnik und bei Motoren wird ebenfalls die Frischluftzirkulation in Innenräumen von Fahrzeugen maßgeblich durch eine funktionale Dichtungstechnik sichergestellt. Fehlen Abdichtungen an den entsprechenden Stellen im Armaturenbrett und im Motorenraum, oder sind diese abgenutzt, werden die Luftzufuhr und die Lufterneuerung durch das Belüftungssystem als zu schwach wahrgenommen. Auch im Bereich der Klimatechnik ist es nicht nur in Autos nötig, alle Komponenten erschütterungsfest zu versiegeln.

Beim Betrieb von Baumaschinen ist für effizientes Arbeiten ein konstant hoher Drehmoment nötig, wobei es auch zu steigenden Temperaturen durch eine zu hohe Reibung kommt, wenn die Dichtungsringe abgenutzt sind. Eine regelmäßige Wartung der Dichtungstechnik ist daher unerlässlich, damit nicht nur effektiv, sondern vor allem auch sicher gearbeitet werden kann. Die Dichtungsringe an Winden können dabei ebenso schnell einer Erneuerung bedürfen wie auch bei Freifallwindenantrieben von Baumaschinen.

Dem Fachmann aus der Dichtungstechnik ist es dabei möglich, sowohl den exakten Durchmesser für die neuen Dichtungen, wie auch die individuelle Federlänge gekonnt anzupassen. Hier ist stets ein vorsichtiges Herantasten angezeigt, für Laien kann es gerade in diesen Bereichen kompliziert sein, verschlissene Dichtungen einfach selbst auszutauschen.

Welche Dichtungssysteme sind üblich in der Industrie?

Allgemein zusammengefasst lässt sich sagen: Überall dort, wo Gase, Energie oder Flüssigkeiten weitergeleitet werden, müssen auch zuverlässige Dichtungen und eine passgenaue Dichtungstechnik vorhanden sein. Bei beweglichen Maschinenteilen sind das hauptsächlich:

  • Abstreifer
  • drosselnde Dichtungen (Gase, Flüssigkeiten)
  • Fanglabyrinth-Dichtungen
  • Faltenbalg- und Membranabdichtungen
  • Gleitringdichtungen
  • Hydraulikdichtungen
  • Kolbenringe bei Verdichtern und zum Einsatz bei Motoren
  • Dichtungen für magnetische Flüssigkeiten
  • pneumatische Dichtungen
  • Stopfbuchspackungen
  • Wellendichtringe mit oder ohne Überdruck (Gewinde oder zentrifugal)

Für den Einsatz an ruhenden Maschinenteilen kommen oftmals spezielle Sonderbauformen von statischen Dichtungen zum Einsatz, die sich nach den individuellen Gegebenheiten richten und von einer Fachfirma speziell für den Einsatz in der jeweiligen Anlage oder Maschine produziert werden. Häufig können jedoch auch genormte Flanschdichtungen verbaut werden, welche ohne großen Aufwand eingekauft werden können.

Wer sich die wertvolle Arbeitszeit an der eigenen Dichtungstechnik sparen möchte, lagert den Tausch defekter Dichtungen einfach an ein regionales Fachunternehmen aus. In großen Betrieben werden oftmals eigene Dichtungstechniker beschäftigt, die sich um die Funktionalität und Sicherheit aller Abdichtungen in den verwendeten Anlagen und Maschinen kümmern und im Notfall sofort mit fundierten Kenntnissen zu den nötigen Maßnahmen zur Stelle sind.