Ingenieur360

Siemens entwickelt Montagegerät für Offshore-Anlagen

Offshore-AnlagenDie ersten Generationen von Offshore-Windrädern wurden noch an Land vormontiert, verschifft und dann auf hoher See errichtet. Aufgrund der immer größeren Dimensionen moderner Offshore-Anlagen ist das jedoch nicht mehr möglich.

Windkraftturbinen mit Durchmessern jenseits von 150 Metern sind schlichtweg zu groß, um sicher und effizient per Schiff transportiert werden zu können. Zudem lassen sich die extrem gewichtigen Windräder nicht so einfach per Kran aufrichten, wie ihre Vorgänger. Deshalb wird international auf das Bausatzprinzip zurückgegriffen, die Einzelteile werden per Schiff angeliefert und die gesamte Anlage auf See montiert. Doch gerade in der stürmischen Nordsee ist das häufig problematisch, da die manuelle Montage am Schiffsdeck ab Windstärke 6 zu gefährlich wird.

Siemens hat nun ein Montagegerät entwickelt, dass auch noch bei Windstärke 7 in der Lage ist, die riesigen Rotorblätter sicher zu greifen, zur Nabe zu hieven und millimetergenau zu justieren. Dort werden sie von den Monteuren dann mit speziellen Schrauben befestigt. Das Hebewerkzeug von Siemens greift die Rotorblätter dabei an zwei Stellen und fixiert sie mit Halteseilen. So lassen sich die Rotorblätter beliebig drehen, kippen und schwenken, wodurch die Montage erheblich vereinfacht wird. Und durch die größere Unabhängigkeit vom Wetter ergibt sich durch das Gerät zudem eine attraktive Kostenersparnis. Derzeit wird das Hebewerkzeug im Windpark Westermost Rough vor der Ostküste Großbritanniens einem Praxistest unterzogen und bewährt sich bislang.

Der Siemenskonzern trennte sich kürzlich fast von seinem gesamten Endverbrauchersortiment, um künftig verstärkt an industriellen Anwendungen arbeiten zu können. Das Hebewerkzeug zur Montage für Offshore-Anlagen ist für die neue Strategie des Unternehmens ein eindrucksvoller Beleg.

Bildquelle: Erich Westendarp / pixelio.de