Ingenieur360

Schwerkraftlampe bald in Serienproduktion

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Bereits in 2012 stellten die beiden britischen Designer Martin Riddiford und Jim Reeves der Öffentlichkeit ihre technisch simple, aber von der Idee her geniale Erfindung vor, das GravityLight.

Das Prinzip entspricht etwa dem einer Pendeluhr, durch ein angehängtes Gewicht, das zuerst an einer in die Lampe integrierten Kette hochgezogen und von der Schwerkraft langsam wieder hinabgezogen wird, entsteht der für den Betrieb der Lampe benötigte Strom. Damit ist das GravityLight ein Segen für Menschen in Gebieten ohne Stromanschluss, die bislang Petroleumlampen nutzen müssen und entsprechend gesundheitsschädlichen Emissionen ausgesetzt sind. Zwar sind die Leuchtkraft und der Ausleuchtungswinkel der Schwerkraftlampe technisch bedingt recht begrenzt, doch zum Lesen oder als Küchenlampe leistet die Lampe ausreichend Licht. Besonders gut durchdacht ist zudem die Ausführung des Gewichts, hier ist nämlich nicht etwa ein speziell gefertigtes Gewicht nötig, das den Preis der Lampe heben und bei Verlust als Zubehör gesondert nachgekauft werden müsste.

Da die meisten Menschen in Entwicklungsländern oder Krisengebieten, für die das GravityLight in erster Linie konzipiert wurde, kaum über ausreichende Finanzmittel verfügen, um sich Sonderzubehör zu bestellen, wird einfach ein stabiler Plastikbeutel an die Lampe gehängt, der mit beliebigem Material befüllt werden kann. Ob Sand, Steine oder Holzscheite, solange ein Gewicht von 10 Kilogramm erreicht wird, kann die Lampe betrieben werden. Dabei reicht ihre Leistung für etwa eine halbe Stunde, dann muss die Lampe neu aufgezogen werden.

Mit einem avisierten Stückpreis von 4,50 Euro haben die Erfinder zwar schon gering kalkuliert, für die meisten in Armut lebenden Menschen bleibt das GravityLight jedoch trotzdem unerschwinglich. Damit dennoch gerade arme Menschen von der Erfindung profitieren können, haben die beiden britischen Designer gleich noch ein Sponsoringsystem entwickelt. Für jede Spende in Höhe von 45 Euro für das Projekt GravityLight spenden die Entwickler ihrerseits eine Lampe für Menschen in Armut. Der Spender erhält zum Dank selbstverständlich ebenfalls eine Lampe.

Für ihre Erfindung haben die britischen Designer 2013 eine Auszeichnung des US-amerikanischen Magazins Time als eine der 25 besten Erfindungen des Jahres erhalten. Nachdem die Entwickler ein Jahr lang auf Crowdfunding-Tour unterwegs waren, soll die Serienproduktion dann ab 2015 starten.

Bildquelle: Rainer Sturm / pixelio.de