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Smart Home – das intelligente Zuhause vor dem Durchbruch

smart-homeSmart Home steht für das Konzept, Geräte so zu vernetzen, dass ein (Mehr-) Nutzen daraus entsteht. Was früher als Zukunftsvision galt, ist heute Wirklichkeit: Die heimische Beleuchtung per Smartphone-App aus der Entfernung steuern; ein intelligentes Thermostat, das nachts bzw. wenn niemand zuhause ist, die Heizungsleistung regelt; eine Standheizung im Auto, die abhängig von den Wetterdaten und Uhrzeit das Raumklima regelt.

Die technischen Voraussetzungen sind längst vorhanden

Die dafür notwendigen Technologien sind bereits seit Jahren präsent. WLan und Bluetooth gehören zu den Funktechnologien, die beinahe jeder schon kennt. Geräte, die extra auf die Smart Home – Funktechnologie ausgerichtet sind wie Z-Wave oder EnOcean sind keine Neuheiten mehr. Um die Steuerung zu realisieren werden heutzutage keine kostspieligen, festmontierten Touchscreen-Panels mehr benötigt, denn Smartphone und Tablet sorgen schon für die bequeme Steuerung. Im Buch Smart Home von Frank Völkel werden die Bausteine für ein intelligentes Zuhause ausführlich dargestellt.

Google kauft Nest Labs auf

3,2 Milliarden US-Dollar zahlte der Konzern für Nest Labs. Das Smart Home-Startup, gegründet 2010 von Tony Fadell, hat bislang zwei eigene Produkte: das intelligente Thermostat und den Rauchdetektor Protect. Fadell – ein ehemaliger Apple-Manager – war für das iPod Design verantwortlich. Bei Google bleibt Nest Labs weiterhin eine eigenständige Marke, die als solche auch vertrieben wird. Durch den ersten großen Deal im Bereich Smart-Home steht das intelligente Zuhause plötzlich im Mittelpunkt der Medien. Man sollte meinen, dem Durchbruch in den deutschen Haushalten stehe nichts mehr im Wege. Einige Probleme, gibt es aber vorher zu bewältigen. Eines davon ist die mangelnde Interoperabilität zwischen verschiedenen Herstellern bzw. Technologien. Auch ist zu beobachten, dass gleiche Hardware unter verschiedenen Markennamen vertrieben wird – eine Strategie, die das Vertrauen in Smart Home nicht gerade fördert. Der Kunde verliert den Überblick und vermutet oft Geräte-Inkompatibilität für eigentlich technisch identische Lösungen. Für die Installation der Geräte und die Anpassung an die eigenen Wünsche wird oft ein recht hohes technisches Verständnis benötigt. Die Software und das Geräte-Design wirken auf potentielle Kunden oft abschreckend. Einheitliche Standards würden es allen Marktteilnehmern, inklusive Start-Up, erleichtern, neue Produkte und auch Dienste marktfähig zu machen. Durch die reduzierten Entwicklungskosten könnten mehr Kunden angesprochen werden als dies bei proprietären Smart-Home-Technologien der Fall ist. Nicht zu vergessen ist die unklare Datenschutzlage. Unabhängig vom Nutzer kommunizieren technische Geräte untereinander und sammeln Daten, ohne dass dieser nachvollziehen kann, was mit den Daten passiert. Allerdings ist der Trend zu Smart-Home-Techniken nicht aufzuhalten. Der Anteil der Nutzer von Smartphones oder Tablets steigt stetig – Geräte, die es vor wenigen Jahren nicht gab, die aber ideale „Fernbedingungen“ für das Smart Home-Konzept sind.

Smart Home bietet Chancen für Ingenieurnachwuchs

Kostengünstige Standardhardware wie Arduino erlauben eine schnelle Prototypen- und Produktentwicklung – Sensoren aller Art gibt es für überschaubare Preise. Für Startups bedeutet das eine riesige Chance, endgültig aus der Nische herauszukommen und beispielsweise als Technologielieferant durchzustarten.

Foto: Florian Schneider / pixelio.de