Ingenieur360

Rad mit integriertem Stoßdämpfer

softwheel-in-actionEine so verblüffende wie naheliegende Idee könnte einem israelischen Farmer zur Berühmtheit verhelfen. Gilad Wolf musste vor rund sechs Jahren unfallbedingt vorübergehend im Rollstuhl sitzen. Und da er sich bei der Beaufsichtigung der Feldarbeiten nur mit großer Mühe durch das unwegsame Gelände bewegen konnte, optimierte der findige Landwirt kurzerhand sein Gefährt.

Wolf das ideale Konzept für ein stoßdämpfendes Rad gefunden, drei Zylinderkompressionshebel halten eine schwebende Nabe und können so auch starke Stöße wirksam abfangen. Das von Wolf patentierte Verfahren wird nun von der israelischen Firma Softwheel vermarktet und gegen Jahresende in Rollstühlen zum Einsatz kommen. Weitere geplante Anwendungen sind zudem für Geländebikes und Motorräder geplant, doch auch die Automobilindustrie soll bereits Interesse signalisiert haben.

Durch die Technik werden Stöße nicht auf das Chassis des Fahrzeuges übertragen

Der besondere Vorteil des Softwheels besteht in dem extrem ruhigen Lauf auf ebener Strecke bei gleichzeitiger Flexibilität in unwegsamen Gelände oder über Treppenstufen. Für Rollstuhlfahrer lohnt sich der Einsatz des optimierten Rades noch einmal in ganz besonderem Maße, da bei konventionellen Rollstühlen rund 30 Prozent der Vortriebskraft durch eine fehlende Aufhängung verloren gehen. Mit dem Softwheel kommen Rollstuhlfahrer somit nicht nur bequemer, sondern auch schneller oder mit weniger Kraftaufwand voran.

Doch die Neuerfindung des Rades birgt noch weitaus mehr Potential. In technisch optimierter Form könnte es in nicht allzu ferner Zukunft auch für Züge und Flugzeuge verwendet werden und herkömmliche Stoßdämpfertechnik allmählich ablösen.

Quelle: www.softwheel.co.il