Ingenieur360

Startschwierigkeiten bei Recycling-Rakete

SpaceXEine Rakete startet ihre Reise ins All und kehrt anschließend auf die Erde zurück, um weitere Flüge zu absolvieren. So könnte die Vision des privaten US-amerikanischen Raumfahrtunternehmens SpaceX vereinfacht zusammengefasst werden.

Allerdings soll nicht die gesamte Falcon-9-Rakete, sondern lediglich die erste Stufe zurückkehren. Dafür wurde eigens 200 Meilen vor der Küste des Raumfahrtbahnhofs Cape Canaveral eine etwa fussballfeldgroße Plattform im Meer installiert. Doch eine gezielte Landung der ersten Stufe bleibt trotz der enormen Größe der Landeplattform ein heikles Unterfangen. Die Chancen für eine gelungene Rückkehr der Falcon 9 auf die Erde liegen bei 50 %. Es klappt also entweder oder eben auch nicht.

Von einer recyclebaren Rakete träumen Raumfahrtgesellschaften weltweit, würde sie doch enorme Kosten einsparen helfen. Immerhin kostet eine Trägerrakete grob geschätzt etwa soviel wie ein modernes Passagierflugzeug. Eine Einmalanwendung kommt da teuer zu stehen. Insbesondere für regelmäßige Versorgungsflüge wie etwa zur internationalen Raumstation ISS wäre eine wiederverwendbare erste Stufe ein gewaltiger Vorteil.

Seit 2012 führt SpaceX die Versorgungsflüge zur ISS als einziges Unternehmen aus, nachdem der Konkurrent Rocketplane Kistler aufgrund finanzieller Schwierigkeiten bereits im Vorfeld aufgeben musste, ohne je einen Flug zur ISS absolviert zu haben.

Am gestrigen Dienstag sollte der erste Versorgungsflug zur ISS starten, bei dem die erste Stufe zur Erde zurückkehren soll. Doch der vollautomatisierte Start der Falcon 9 wurde kurz vor Ablauf des Countdowns vom System abgebrochen. Angeblich sollen technische Probleme der zweiten Stufe den Start vereitelt haben. Doch weder SpaceX noch die NASA erklärten sich bislang zu dem Fehlstart. Es wurde lediglich mitgeteilt, dass am kommenden Freitag ein zweiter Startversuch unternommen werden soll.

Zuvor waren zwei Wasserungen der erste Stufe bereits geglückt. Doch da die Bergung auf hoher See schwierig und kostenintensiv ist, soll nun die weitaus präzisere Landung auf der Plattform erprobt werden. Sollte SpaceX dabei erfolgreich sein, könnte dies der Auftakt zu einer starken Intensivierung der Raumfahrt sein. Raketen könnten dann ähnlich wie Flugzeuge nach relativ kurzer Wartung erneut starten und der Raumfahrt dadurch erheblich mehr Flexibilität verleihen.