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Defekt am Triebwerk führte zur Explosion der Antares-Rakete

RaketeNachdem die Rakete vom Typ Antares der privaten US-Raumfahrtfirma Orbital Sciences vor einigen Tagen wenige Sekunden nach dem Start in Flammen aufging, haben Untersuchungen nun die Unglücksursache aufgedeckt.

Offenbar hat eine defekte Triebwerkspumpe einen Schubverlust kurz nach dem Start verursacht und schließlich zur Explosion eines Treibstofftanks geführt. Um größere Schäden an der Bodenstation zur vermeiden wurde eine kontrollierte zweite Explosion herbeigeführt. Allein der Verlust der Fracht schlägt jedoch mit 200 Millionen US-Dollar zu Buche und trotz der zweiten Sprengung entstand erheblicher Schaden an der Bodenstation. Menschen kamen bei dem Unglück jedoch nicht zu schaden.

Die von Orbital Sciences verwendeten Triebwerke vom Typ Aerojet Rocketdyne AJ26 basieren auf rund 40 Jahre alter Technik aus russischer Produktion. Orbital Sciences hat nun angekündigt, die veralteten Triebwerke gänzlich auszumustern. Die Antares-Rakete sollte einen Versorgungsflug zur ISS Raumstation absolvieren. Drei bereits früher von Orbital Sciences durchgeführte Versorgungsflüge mit Raketen des gleichen Bautyps waren ohne Zwischenfälle verlaufen.

Orbital Sciences wertet die Explosion der Rakete daher als normalen Fehlschlag, wie er in der Raumfahrtbranche eben vorkommen kann. Auch Auftraggeber NASA sieht den Rückschlag zwar als ärgerlich an, betont jedoch, dass Fehlstarts in der Branche nicht völlig zu vermeiden seien. Dennoch spielt das Unglück dem größten Konkurrenten von Orbital Sciences, SpaceX, in die Hände. SpaceX spekuliert darauf, nach Auslaufen des Vertrages zwischen NASA und Orbital Sciences den Zuschlag für weitere Missionen zu erhalten.

Insgesamt wird Orbital Sciences als erstes privates Raumfahrtunternehmen 14 Versorgungsflüge zur ISS durchführen.