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Vom Meister zum Ingenieur: So funktioniert es

Ingenieur JungOhne Abitur zu studieren, ist in Deutschland an vielen Universitäten und Hochschulen möglich. Die Voraussetzungen für eine Aufnahme sind aber sehr unterschiedlich. Sie können nach dem Bundesland, in dem die Universität oder Hochschule ansässig ist, variieren und auch nach der jeweiligen Universität oder Hochschule selbst.

Mit einem Meistertitel, wie ihn zum Beispiel die Meisterschule FAIN verleiht, und einer mehrjährigen Berufserfahrung kann die eigene Karriere durch ein Ingenieursstudium gezielt gefördert werden.

Hochschul-Zulassungsvoraussetzungen für Meister

Wer einen Meistertitel erworben hat, verfügt in der Regel schon über ausreichende mehrjährige Berufserfahrung für die Aufnahme an einer Universität oder Hochschule. Oftmals werden drei oder vier Jahre praktische Erfahrung verlangt, wobei die Zeit der dreijährigen Ausbildung mit angerechnet werden kann. Das bedeutet dann für den Studieninteressierten, dass er mit dem Abschluss der Meisterprüfung ohne größere Verzögerung in einem Bachelorstudium in dem gewählten Studienfach – zumeist zum Wintersemester oder nächsten Sommersemester – sein Studium beginnen kann.

Einen Unterschied für die Aufnahmebedingungen kann es auch bedeuten, ob es sich um eine staatliche oder private Hochschule handelt. Für einige reichen die Berufstätigkeit und die Meisterprüfung vollkommen aus, an anderen – auch in Abhängigkeit vom gewählten Studienfach, wie beispielsweise Maschinenbau, Wirtschaftsingenieurwesen, Umweltingenieur – werden zusätzliche Aufnahmeprüfungen, bestimmte Praktika oder die Teilnahme an propädeutischen Einführungskursen, beispielsweise in Mathematik, erwartet. Ebenfalls möglich ist es, an einigen Hochschulen das Studium als Probestudium aufzunehmen. Nach dem Bestehen der ersten Prüfungsleistungen bzw. Klausuren nach den ersten beiden Semestern wird das Studium in ein „normales“ Studium überführt.

An manchen Universitäten oder Hochschulen befähigt der Meistertitel sogar zur Aufnahme in ein Masterstudium. Die Aufnahme kann aber dann nur im Einzelfall nach den jeweiligen Anforderungen der Universität oder Hochschule erfolgen und beinhaltet fast immer eine mehrjährige berufliche Tätigkeit nach dem Meisterabschluss sowie eine Aufnahmeprüfung. In Bundesländern wie Niedersachsen ist es sogar möglich, ohne Meistertitel, über die sogenannte Immaturenprüfung – eine Art Begabtenprüfung – das Bachelorstudium aufzunehmen. Aber auch der Abschluss zum Technischen Fachwirt befähigt zum Studium an einer Universität oder Hochschule, ohne dass man ein Abitur vorweisen muss.

Studium: Vollzeit oder berufsbegleitend?

Wer schon viele Jahre im Berufsleben gestanden hat und auch einen gewissen Lebensstandard gewöhnt ist, vielleicht sogar eine Familie zu versorgen hat, für den kann der Wiedereinstieg in ein reines Vollzeitstudium sehr schwer oder kaum möglich sein. Eine Alternative hierzu bieten berufsbegleitende Studiengänge sowie auch Fernstudiengänge. Ein Vollzeitstudium zum Bachelor beträgt je nach Studiengang sowie ausgewählter Universität oder Hochschule zwischen 6 bis 9 Semester.

In der berufsbegleitenden Teilzeitform verlängert sich das Studium um mindestens 2 oder 3 Semester. Studierende der Ingenieurswissenschaften sind in der Wirtschaft oftmals schon während des Studiums sehr gefragt, besonders, wenn sie über viel Praxiserfahrung verfügen. Für diejenigen, die sich aus individuellen oder finanziellen Gründen gegen ein Vollzeitstudium entscheiden müssen, bieten aber auch viele duale Studiengänge eine geeignete Alternative. Insgesamt gelten Meister als sehr motiviert, zielstrebiger und verfügen über einen wesentlich besseren Bezug zur Praxis.

Zukunftsaussichten für Ingenieure

In Deutschland herrscht schon seit einigen Jahren ein großer Fachkräftemangel, der sich in absehbarer Zeit auch nicht so schnell ändern wird. Besonders in den verschiedenen Zweigen der Ingenieursberufe bestehen die besten zukünftigen Karrierechancen, wie beispielsweise in der Elektrotechnik, dem Maschinenbau, in den Umweltwissenschaften, Life-Science-Wissenschaften, Luft- und Raumfahrttechnik, Chemieingenieurswesen, Mechatronik, Wirtschaftsingenieurwesen, erneuerbare Energien, Fahrzeugtechnik, Bioingenieurswesen, Medizintechnik und vielen anderen Fachbereichen mehr.