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Ratgeber: Studium technische Gebäudeausrüstung

technische GebäudeausrüstungDie Technische Gebäudeausrüstung ist eine Branche, die aktuell aufgrund der Digitalisierung und Umweltbewusstsein einen enormen Bedeutungszuwachs verzeichnet. Denn nicht nur müssen moderne Einrichtungen sich Gedanken um ihre Heizfunktionen, Sanitäranlagen, Lüftung und Kühlung, Elektro- und Fördertechnik Gedanken machen – immer wichtiger werden auch die ökologischen Aspekte, sowie die Automatisierung der Vorgänge. Dadurch wird das eh schon vielfältige Tätigkeitsfeld der Ingenieure der Technischen Gebäudeausrüstung um einige spannende und sehr aktuelle Aspekte erweitert.

Was ist die Technische Gebäudeausrüstung (TGA)?

Im klassischen Sinne ist die TGA ein Teilgebiet der Versorgungstechnik, deren Ingenieure sich mit fünf Kerndisziplinen beschäftigen:

  • Heizung: Dazu gehören Wärmeerzeuger- sowie -speicher und -lagerung, Vertrieb und Abgabe.
  • Sanitär: Diese Disziplin kümmert sich um die Verteilung von Wasser, das Abwasser sowie Zubehör wie Waschbecken, Duschen, Badewannen etc.
  • Lüftung und Kühlung: Hier werden Lüftungsanlagen verbaut, Klimaanlagen und das jeweils passende Zubehör installiert.
  • Elektrotechnik: Verlegung von Leitungen sowie die Beleuchtung.
  • Fördertechnik: Hierbei geht es primär um Personenbeförderung innerhalb von Gebäuden in Form von Aufzügen und Rolltreppen.

Diese Teilgebiete sind unter Umständen so umfassend, dass sich Ingenieure auf eines oder mehrere von ihnen spezialisieren und bei Projekten ausschließlich für ihre Durchführung verantwortlich sind. Man nennt diese Spezialisten Fachplaner oder Projektanten. Der Architekt des Objekts koordiniert diese untereinander und nimmt ihre Arbeit ab.
Zu den betreuten Objekten zählen dabei verschiedene Einrichtungen, die von Einfamilienhäusern über Verwaltungsgebäude, Krankenhäuser, Laborgebäude bis hin zu großen Industriekomplexen reichen.

Was lernt man im Studium der Technischen Gebäudeausrüstung?

Jedes Gebäude – ob Wohnhaus oder Werkhalle – muss über eine funktionierende interne Infrastruktur verfügen. Nur dank dieser kommt aus dem Wasserhahn Wasser, pumpt die Lüftungsanlage Sauerstoff durch die Räume, verfügen die Heizkörper über die ausreichende Wärmeleistung, um einen Büroraum im Winter warm zu halten und steht die Entsorgung des Abfalls. All diese Systeme müssen von langer Hand geplant und später nach Plan umgesetzt und verbaut werden. Auch eine spätere Wartung der Anlagen füllt in den Aufgabenbereich der TGA-Ingenieure. Ein TGA-Studium behandelt daher zahlreiche Gebiete und bietet den Studierenden diverse Spezialisierungsmöglichkeiten, um den jeweiligen individuellen Interessen und Vorlieben nachzugehen.

Um auf diese Aufgabenbereiche vorbereitet zu sein, lernen die Studierenden die entsprechenden naturwissenschaftlichen Grundlagen, erstellen Konzepte für Gebäude und Anlagen und setzen sich mit Simulationsprogrammen auseinander. Letztere helfen besonders bei der Planung von Heizungs- und Lüftungsanlagen. Mathematik, Physik, Technische Mathematik, Strömungslehre, Wärmeübertragung, Elektrotechnik oder Konstruktionstechnik bilden dabei das Rückgrat des Lehrplans. Trotz der vielen Spezialisierungs- und Vertiefungsmöglichkeiten arbeiten TGA-Ingenieure interdisziplinär und dürfen bei der Detailarbeit nie den Blick für das Ganze verlieren.

Eine immer wichtigere Rolle spielen heutzutage erneuerbare Energien, denn es sind nicht länger nur die Industrieanlagen, die im Fokus des Umweltschutzes stehen – auch ein Wohnhaus muss heute ökologisch nachhaltig funktionieren. Hierfür lernen die Studierenden Planung, Konzeption, Bau, Betrieb und Wartung der Anlagen, die nach ökonomischen und ökologischen Kriterien ihre Funktion erfüllen.

Die Möglichkeiten TGA in Deutschland zu studieren sind sehr vielfältig. Zahlreiche Hochschulen bieten eine Ausbildung zum TGA-Ingenieur an, oder konzentrieren sich auf einen Teilbereich wie Umwelt-Engineering, Energiesysteme, Umweltgerechte Gebäudetechnik, Wasser- und Infrastrukturmanagement und so fort.