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Ratgeber: Das Maschinenbaustudium

Das Maschinenbaustudium hat vor allem in Deutschland eine langjährige Tradition, weshalb Absolventen weltweit ein hohes Ansehen genießen. Gleichzeitig handelt es sich um einen Studiengang der hohe Ansprüche an die Fähigkeiten der zukünftigen Ingenieure stellt.

Inhalte und Fächer

MaschinenbauerGrundsätzlich lassen sich die Aufgabenbereiche des Maschinenbaus auf die Konstruktion, Entwicklung sowie Produktion von Maschinen zurückführen. Im Lauf der Jahrzehnte wurden diese Bereiche jedoch immer komplexer und es kamen weitere moderne Disziplinen hinzu. In der Konstruktion wird beispielsweise ein Großteil der Arbeiten mit Hilfe von spezieller Software erledigt. Der entscheidende Begriff ist hierbei „computer-aided design“ – kurz „CAD“. Mit der Automatisierungstechnik spielt heutzutage eine weitere moderne Disziplin eine große Rolle. Roboter sind aus der moderne Fertigung kaum mehr wegzudenken. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Konstruktion und Wartung solcher Maschinen. Insbesondere die Wartung, da aufgrund der hohen Preise immer mehr gebrauchte Roboter und Maschinen, zum Beispiel von exapro, eingesetzt werden.

Zu den bereits genannten Fächern Automatisierungstechnik und Konstruktionslehre kommen etwa die Werkstoffwissenschaft, die Thermodynamik oder die Messtechnik hinzu. Auch müssen Maschinenbauingenieure über erweiterte Grundlagen in höherer Mathematik, Mechanik, Physik und Chemie verfügen. Nicht zuletzt werden in der Regel auch interdisziplinäre Grundkenntnisse in Betriebswirtschaft, Informatik und Logistik vermittelt.

Das Maschinenbaustudium lässt sich somit als Zusammenschluss mehrerer Fachbereiche beschreiben, wobei zukünftige Ingenieure auf möglichst viele Aufgaben vorbereitet werden. Erst mit einer Spezialisierung zum Ende des Studiums werden Schwerpunkte gesetzt.

Ablauf und Voraussetzungen

Um an einer Universität studieren zu dürfen ist in der Regel das Abitur nötig. Mit der Fachhochschulreife kann ein Maschinenbaustudium auch an einer Fachhochschule begonnen werden. Je nach Bundesland ist mit der Fachhochschulreife auch das Bachelor-Studium an einer Universität möglich. Ein NC, also ein Mindestdurchschnitt, ist nur in seltenen Fällen vorhanden. Falls er existiert, liegt er nur selten oberhalb von 3,0.

Nachdem der Abschluss zum Diplom-Ingenieur auf lange Sicht auslaufen soll, bietet ein Großteil der Hochschulen nur noch Bachelor- und Master-Studiengänge an. Mit dem Bachelor-Studium erhalten Studenten nach sechs bis acht Semestern bereits einen berufsqualifizierenden Abschluss. Mit dem Anschluss eines Master-Studiums über zwei bis vier Semester ist ein Abschluss erreicht, der dem früheren Diplom nahezu gleichzusetzen ist.

Neben diversen Pflicht- sowie Wahlpflicht-Fächern besteht das Studium auch aus Praktika und wissenschaftlichen Arbeiten. Die Anzahl der wissenschaftlichen Arbeiten liegt für gewöhnlich bei mindestens zwei, wobei die Abschlussarbeiten miteinbezogen sind. Die Anzahl der Praktikumswochen und die jeweiligen Anforderungen an den Praktikumsplatz können je nach Hochschule variieren. Als Orientierung kann eine Praktikumsdauer von 20 Wochen dienen.

Anforderungen und Perspektiven

Neben den genannten Voraussetzungen für die Zulassung zum Studium sollten Interessenten weitere Fähigkeiten besitzen. Selbstverständlich sollten technisches Verständnis sowie Interesse sein. Auch souveräne PC-Kenntnisse sind zwingend erforderlich, da die Arbeit am PC in vielen Situationen erforderlich ist. So wird nicht selten mit speziellen Programmen für Konstruktion oder Automatisierung gearbeitet und auch viele Informationen sind nur schwer „offline“ zu erhalten. Nicht zuletzt ist es ratsam, über die Fähigkeit zum selbstständigen Lernen zu verfügen. Die Vorlesungen können nicht immer alle Kenntnisse vermitteln, so dass weiterführende Inhalte aus Literatur oder anderen Quellen erworben werden müssen.

Ein abgeschlossenes Maschinenbaustudium ist keineswegs eine Garantie für einen sicheren Arbeitsplatz. Entscheidend sind hierbei sicherlich Faktoren wie Fachrichtung, Thema der Abschlussarbeit, Studiendauer und besondere Fähigkeiten. Es wird also deutlich, dass zukünftige Arbeitgeber großen Wert auf qualifizierte Arbeitskräfte legen. Die Studiendauer kann daher – solange sie nicht extrem lang ist – als zweitrangig betrachtet werden. Mit einem Arbeitsplatz ist die berufliche Zukunft jedoch oftmals gesichert, da die Maschinenbau-Branche als verhältnismäßig stabil gilt. Auch steigen Aufstiegsmöglichkeiten und alternatives Stellenchancen mit der Berufserfahrung deutlich an.