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Das Ingenieursstudium als Sprungbrett zum Erfolg

Ingenieurstudium-Sprungbrett

Der Karriereweg wirklich erfolgreicher Menschen verlief nicht immer gradlinig, doch ein Ingenieursstudium hat sicherlich noch nie geschadet. Manch ein derart Gerüsteter machte sich später auf einem ganz anderen Sektor verdient, doch einige heute berühmte Ingenieure blieben auch bei ihren sprichwörtlichen Leisten und bauten gigantische Unternehmen auf.

Carl Friedrich Benz gehörte zu den Letztgenannten. Als Sprössling eines einfachen Lokomotivführers besuchte er das naturwissenschaftliche Lyzeum in Karlsruhe und entschied sich danach für eine technische Ausbildung. Sein kurzes Maschinenbaustudium fand in den Jahren 1864 und 1865 statt, das genügte ihm schon, um anschließend voll durchzustarten. Bei seiner Arbeit als Schlosser eignete er sich die nötigen praktischen Kenntnisse an, bevor er 1871 eine Eisengießerei inklusive zugehöriger Werkstatt gründete. Nun richtete er seine Bemühungen auf den Bau eines schienenlosen Fahrzeugs, um im Jahr 1880 den ersten betriebsbereiten 1-PS-Gasmotor auf den Markt zu bringen. Später folgten stärkere 4-PS-Motoren und ein von ihm erfundener elektrischer Zünder. 1885 wurde zum Erfolgsjahr der Automobilgeschichte, Benz brachte sein erstes dreirädriges Automobil auf die Straße. Um 1900 gab es bereits mehr als 600 verschiedene Fahrzeugmodelle aus seiner Produktion zu kaufen: Welch ein Triumph!

Aditya Agarwal hat eine völlig andere Lebensgeschichte vorzuweisen, mit durchaus überraschenden Wendungen. Der ehemalige Student der Ingenieurswissenschaften verzeichnet grandiose Erfolge ausgerechnet auf dem Gebiet des Pokerspielens! Er stammt aus dem indischen Darjeeling, zog dann aber in die USA, um dort zur Uni zu gehen. Zuerst entschied er sich für eine längere Exkursion ins Reich der Ingenieurswissenschaften, dann sattelte der engagierte Inder auf das Fachgebiet Marketing um. Noch bevor Agarwal sein Studium beendete, avancierte er bereits zum echten Pokerprofi; den Zugang zum gewinnträchtigen Kartenspiel fand er über das Internet. Inzwischen haben sich auf seinem Konto Geldgewinne von über 4 Millionen Dollar angehäuft, auch bei Live-Turnieren hat er sich längst einen großen Namen gemacht. So führte ihn die Teilnahme an mehreren WSOP Turnieren bereits zu grandiosen Siegen, auch in seinem Heimatland Indien nimmt er immer wieder an spannenden Kartenspielturnieren teil und bringt dabei regelmäßig reichlich »Kleingeld« mit nach Hause. Agarwal setzt sich außerdem für die Verbreitung des Pokerspiels in Indien ein.

Paul Allen blickt ebenfalls auf ein entsprechendes Studium zurück, er betätigte sich im Folgenden gemeinsam mit Bill Gates als Unternehmensgründer. Die 1975 ins Leben gerufene Softwarefirma trägt den Namen »Microsoft Inc.« und dürfte heutzutage wirklich jedem normal gebildeten Menschen bekannt sein. Allen zählt inzwischen zu den reichsten Männern der Welt, er investierte in etwa 140 verschiedene Unternehmen, die dem Bereich der Kommunikations- und Informationstechnologie angehören und unterstützt generös verschiedene kulturelle Projekte. Im Jahr 2004 stellte er die benötigten Gelder bereit, um den ersten privaten Raumflug in den Suborbit zu bewerkstelligen. Ganz nebenbei: Allen hat sein Studium an der Washington State University nach zwei Jahren abgebrochen, was allerdings seine beispiellose Karriere nicht zu bremsen vermochte. Einigen Menschen genügt es schlichtweg, in eine Berufssparte hineinzuschnuppern, um sich gerüstet fürs Leben zu fühlen!

Gottlob Bauknecht erlebte um das Jahr 1900 herum eine wahrhaftige Erleuchtung: Er sah zum ersten Mal im Leben elektrisches Licht und beschloss daraufhin, sein Leben den auftretenden neuen Technologien zu widmen. Aus bäuerlichen Verhältnissen stammend, besaß er nur geringes Startkapital, doch seine zusammengesparten 500 Mark und die Lehre als Elektromechaniker, die sich mit dem heutigen Ingenieursstudium in etwa vergleichen lässt, genügten, um eine Firma mit Weltrang ins Leben zu rufen. Seine Generatoren, Elektromotoren, Ölöfen und Haushaltsgeräte eroberten die damaligen Haushalte in Windeseile. Innerhalb einer Dekade rief Bauknecht ein Unternehmen mit 1000 Beschäftigten ins Leben, das auf drei Standorten im Schwabenland fußte. Zum Ende des Zweiten Weltkriegs erlitt die Firma schwere Verluste durch Fliegerbomben, aber der Geschäftsmann baute alles wieder auf und machte einfach weiter. Seine Geräte wurden immer ausgeklügelter und technisch ausgereifter, sodass die Konkurrenz meist hinterherhechelte.

Ein Ingenieursstudium bedeutete weder damals noch heute, bereits den goldenen Löffel im Mund zu haben. Kreativität, Eigeninitiative und ganz viel Fleiß gehören auf jeden Fall mit dazu, wenn es darum geht, im Anschluss an das Unileben eine echte Karriere aufzubauen. Dabei kann ein Blick über den Tellerrand äußerst nützlich sein, um sich nicht voreilig auf vermeintlich vorgezeichnete Wege festzulegen. Denn vielleicht wartet eine spannende Startup-Gründung in einem ganz anderen Bereich auf Sie!