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Bachelorarbeit im Ingenieursstudium: Das solltest du beachten

Seit mehreren Jahren nun haben Bachelor- und Master-Abschlüsse das klassische Ingenieurs-Diplom abgelöst. Aus diesem Veränderungsprozess ergeben sich einige Neuerungen. Eine davon ist die Bachelorarbeit, die alle angehenden Ingenieure heute verfassen müssen. Dabei stehen sie vor besonderen Herausforderungen, die sich aus ihrem Fach ergeben.

Die klassische Bachelorarbeit im Ingenieursstudium: Testen, forschen, anwenden

IngenieurstudiumDie Ingenieurwissenschaften setzen sich in der Regel aus Grundlagen in relevanten Naturwissenschaften, vor allem Mathematik und Physik, und praktischen Anwendungsbereichen aus den jeweiligen Fächern, etwa Fahrzeugtechnik, zusammen. Allen Bachelorstudiengängen ist vor allem das mühsame Durchlaufen der Grundlagen gemeinsam, zum Ende des Studiums hingegen wird es dafür immer spannender. Das gilt auch für die Bachelorarbeit: Praxisnahe Fragestellungen sind hier gern gesehen und erlauben auch das Erforschen realer Phänomene, die entweder im Rahmen von empirischen Studien, Simulationen oder Laborsituationen erforscht werden. Damit erhalten viele Studierende die wertvolle und anspruchsvolle Chance, ein erstes praktisches Projekt in voller Eigenverantwortung umzusetzen.

Unbegrenzte Möglichkeiten: Vielfalt für die Bachelorarbeit in den Ingenieurwissenschaften

Für die Bachelorarbeit in den Ingenieurswissenschaften gibt es zahlreiche Möglichkeiten, auf die Studierende anderer Studienfächer oft neidisch blicken: Neben der klassischen Bachelorarbeit am Lehrstuhl bieten heute auch zahlreiche große und mittelständische Unternehmen entsprechende Positionen an, für die der Bachelorabsolvent in spe eine Zeit lang im Betrieb beschäftigt ist und währenddessen eine für das Unternehmen relevante Frage im Rahmen seiner Arbeit beantwortet. Diese Variante ermöglicht oft wertvolle Praxiserfahrung, spannende Einblicke und eine umfassende Betreuung. Wer hingegen seine Karriere in der außeruniversitären Forschung ausbauen will, findet oftmals spannende Kooperationsprojekte seiner Hochschule mit Einrichtungen wie der Fraunhofer-Gesellschaft oder der Max-Planck-Gesellschaft, die mit Instituten in ganz Deutschland spannende und relevante angewandte Wissenschaft in unterschiedlichen Ingenieurs-Disziplinen betreiben. Bei beiden Varianten gilt es, sich frühzeitig nach entsprechenden Stellenausschreibungen umzusehen, da diese dank der jeweiligen Bewerbungsprocedere oft viel Vorlaufzeit beanspruchen. Da jene Stellen oft in Vollzeit zu besetzen sind, sollte weiterhin darauf geachtet werden, dass alle Lehrveranstaltungen mit Anwesenheitspflicht vorher absolviert worden sind.

Herausforderungen und Lösungen

Obwohl die Bachelorarbeit einen oft aufregenden Teil des Studiums ausmacht, stellt sie ingenieurswissenschaftliche Studierende vor zahlreiche Herausforderungen: Im Gegensatz zu den Sozial-, Wirtschafts- und Geisteswissenschaften gehört das regelmäßige Verfassen von wissenschaftlichen Arbeiten nicht zum Curriculum der meisten Ingenieurswissenschaften. Viele Studierende werden daher bei der Bachelorarbeit das erste Mal mit dieser Aufgabe konfrontiert – und wissen oft nicht, wie sie vorgehen sollen. Es empfiehlt sich daher, bei Unsicherheit zunächst die Hilfsangebote der eigenen Hochschule in Anspruch zu nehmen: Viele Fakultäten bieten Überblicksveranstaltungen und Seminare zum Verfassen von Bachelorarbeiten an. Weiteres Informationsmaterial und Erfahrungsberichte steht im Netz, etwa in Diskussionsforen und Blogs, zur Verfügung. Für das Finden einer geeigneten Fragestellung – sofern das Thema für die Bachelorarbeit selbst formuliert werden soll – kann fleißig auf der eigenen Instituts-Homepage in bisherigen Forschungsprojekten und Abschlussarbeiten nach Inspirationen gestöbert werden. Studienberatungen an der eigenen Fakultät können bei konkreten Fragestellungen behilflich sein, während ein professionelles Lektorat und Korrekturlesen einer Bachelorarbeit die Qualitätskontrolle kurz vor der Abgabe gewährleisten kann.