Ingenieur360

Auslandsstudium für Ingenieure

Unsere Welt schmilzt immer mehr zusammen. Nicht auf der Landkarte, aber in unseren Köpfen. Für viele junge Leute ist der Gang ins Ausland mittlerweile zum selbstverständlichen Part ihres Lebenslaufes geworden. Doch nicht nur Wirtschafts-, Politik- und Sprachstudenten sollten den Schritt über die Grenzen wagen; Auch für angehende Ingenieure gilt der akademische Auslandsaufenthalt als absoluter Karriere-Booster – und als persönliche Bereicherung.

Warum sollte man als Ingenieur ins Ausland?

Ein immer größerer Prozentsatz der deutschen Schulabgänger nimmt ein Studium auf, die Konkurrenz um spätere Arbeitsplätze wächst entsprechend. Auch wenn Ingenieurswissenschaftler am Hochtechnologiestandort Deutschland weiterhin auf gute Jobperspektiven setzen können, lohnt sich ein Hingucker im CV für jeden.

Ein Auslandsaufenthalt genießt bei Arbeitgebern ungebrochen großes Ansehen. Er steht natürlich für Sprachkenntnisse, aber auch für interkulturelle und organisatorische Kompetenzen. Grade die bei Berufseinsteigern so begehrten Globalplayer wie Volkswagen oder Siemens sind auf der Suche nach Abgängern, die sich international bewährt haben und perspektivisch als Expatriate eingesetzt werden können. Wer hier anheuern will, für den ist das Ausland praktisch ein Muss.

Natürlich sollte nicht der Lebenslauf-Push allein motivieren. Neugier und Freude am Eintauchen in fremde Kulturen sind vorauszusetzen. Wer sich auf Neues einlässt, wird mit vielen neuen Freunden und einem erweiterten Horizont belohnt – garantiert!

Auslandssemester, Praktikum oder Komplettstudium – welche Variante ist denn die beste?

Viele Wege führen ins Ausland und ein Optimum gibt es nicht. Das Auslandssemester stellt zweifelsohne den Klassiker dar. Durch Partneruniversitäten der Heimhochschule ist es zumeist einfach zu organisieren, der Austausch mit anderen internationalen Studenten vor Ort gelingt spielend und neben dem Studium bleibt bekanntlich ausreichend Zeit, um Land und Leute zu erleben.

Wer sich jedoch nicht alleine um die Organisation es Auslandssemesters kümmern möchte, kann dies auch von verschiedenen Anbietern übernehmen lassen. College Contact zum Beispiel, bietet einen ausführlichen Studienführer und etliche Partnerhochschulen für ein Ingenieurstudium im Ausland an und steht jederzeit kostenlos mit Beratung und Bewerbungshilfe parat.

Aus fachlicher Sicht stellt ein Auslandspraktikum oftmals die interessantere Option dar. Anstellungen im Ausland sind nicht einfach zu ergattern, beweisen aber umso mehr Eigeninitiative und ermöglichen interessante Einblicke in fremdländische Arbeitsmentalitäten.

Ein komplettes Auslandsstudium ist ebenfalls möglich – allerdings bietet kaum ein Land eine derart hochwertige und vor allem kostengünstige Ingenieurs-Ausbildung wie die Bundesrepublik.

Weitere interessante Optionen: Summer Schools, Sprachreisen oder Freiwilligendienste.

Wo soll es hin gehen?

Auch das bleibt Geschmackssache. Aber Achtung: Einige Standorten (spanische Inseln, Thailand etc.) haftet das Image eines getarnten Partyurlaubs an. Abseits der Standards sollten unkonventionelle Standorte zum Beispiel in Afrika oder Osteuropa in Betracht gezogen werden.

Ingenieure sollten beachten, dass länderübergreifend zum Teil große Unterschiede in den fachlichen Standards bestehen. Während Normen innerhalb Europas überwiegend standardisiert sind, weichen gesetzliche Vorgaben in Asien häufig stark von den deutschen ab, in den USA werden landesspezifische Einheiten und Messsysteme angewendet usw.

Auch die Sprache des Ziellandes sollte mit späteren Karrierewünschen abgeglichen werden. Wer langfristig international agieren will, für den lohnt sich neben guten Englischkenntnissen eventuell Spanisch (und somit der Gang nach Südamerika, Mexiko etc.), Französisch oder auch arabische und asiatische Sprachtypen.

Wann ist der perfekte Zeitpunkt?

Vor dem Auslandssemester oder -praktikum sollte das Grundstudium abgeschlossen sein und eine ungefähre Vorstellung der späteren fachlichen Vertiefung und angestrebten Branche bestehen. Sehr gut eignet sich auch das sogenannte Gap Year zwischen Bachelor und Master.

In die Semesterferien ist der Aufenthalt nach Möglichkeit nicht zu pressen; Vier Monate Zeit sollte man sich schon nehmen, mindestens! Eine Überziehung der Regelstudienzeit durch Auslandsaufenthalte wird von potenziellen Arbeitgebern quasi immer toleriert.