Ingenieur360

Siemens setzt auf Batterieentwicklung

Batterien

Bislang werden nahezu sämtliche auf dem Markt erhältliche Batterien in Asien gefertigt. Der Siemenskonzern will diesem Trend nun etwas entgegensetzen und plant den Aufbau einer eigenen Batteriefertigung in Baden-Württemberg.

In der neuen Anlage sollen künftig 300 Batteriezellen pro Tag hergestellt werden. Dabei setzt Siemens auf Innovation und verkündete in einer Pressemitteilung, die Entwicklung einer neuen Generation von Lithium-Ionen-Akkus. Das bislang verwendete Graphit für die Anode wird dafür durch Lithiumtitanat ersetzt und statt eines Metalloxids der Kathode wird künftig Lithiumeisenphosphat verwendet. In Labortests konnte durch den Materialwechsel die Lebensdauer der Akkus von zuvor 5000 auf 20.000 Ladezyklen vervierfacht werden.

Das innovative Batteriematerial wird dabei von dem Schweizer Spezialchemikalienhersteller Clariant beigesteuert, die Einzelteile der Akkus werden hingegen von dem ebenfalls Schweizer Batteriespezialist Leclanché gefertigt. Im neuen Siemenswerk bei Stuttgart wird dann lediglich die Endmontage vorgenommen. Siemens rechnet sich durch die optimierten Akkus bessere Absatzchancen im Bereich der Elektromobiliät sowie bei Energiezwischenspeichern für Großanlagen wie Wind- und Solarkraftwerke aus.

Neben der deutlich verbesserten Lebensdauer der Akkus bringt der Materialwechsel aber auch sicherheitsrelevante Vorteile mit sich, die ihn insbesondere für den Einsatz in Elektrofahrzeugen attraktiv machen. Die optimierten Elektroden sind aufgrund des neuen Materials nämlich immun gegen eine Überladung bei defekten Steuerungsgeräten. Herkömmliche Batterietypen können sich durch eine Überladung stark erhitzen und irreparabel beschädigt werden oder sogar in Flammen aufgehen. Diese Gefahr besteht bei Siemens neuer Batterie nicht mehr, die Elektroden überstehen eine Überladung unbeschadet. Die platzsparend geformten Akkus lassen sich zudem einfach zu Batterieblöcken kombinieren und können so in ihrem Leistungsumfang für unterschiedlichste Anwendungen angepasst werden.

Bildquelle: BirgitH / pixelio