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Maschinenbau blickt auf gutes Geschäftsjahr zurück

Konjunktur MaschinenbauDer Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) hat in seinem Rückblick auf die vergangenen drei Quartale des Jahres eine durchweg positive Bilanz gezogen. Mit 199 Milliarden Euro übertrifft das Produktionsvolumen den bisherigen Höchststand aus dem Jahr 2008 und stellt eine Rekordmarke auf.

Rekordverdächtig ist zudem der Anstieg an Beschäftigungsverhältnissen der Branche. Derzeit sind 1,01 Millionen Fachkräfte im Maschinenbau tätig, die Millionenmarke wurde zuletzt im Jahr 1993 überschritten. Unter den Industriebranchen stellt der Maschinenbau damit den wichtigsten Antriebsmotor für die Schaffung von Arbeitsplätzen dar.

Der Aufschwung der Branche ist vor allem durch gute Geschäfte in den USA, Südostasien und der EU begründet, die Wirtschaftssanktionen gegen Russland haben hingegen ein stärkeres Wachstum unterbunden. In jedem einzelnen Monat des laufenden Jahres fiel der Export der Maschinenbaubranche nach Russland deutlich geringer aus als im Vorjahreszeitraum. Ganze 16 Prozent an Ausfuhren gingen der Branche verloren, das Exportvolumen nach Russland verringerte sich dadurch auf 4,9 Milliarden Euro.

Die Auswirkungen auf die Branche fallen im Detail jedoch höchst verschieden aus. Zu den Verlierern gehören die Bereiche Hütten- und Walzwerktechnik, Landmaschinen sowie Turbinen und Bergbaumaschinen, die allesamt ein Minus verkraften müssen. In den Bereichen Holzbearbeitungsmaschinen,Verfahrenstechnik, Robotik und Bekleidungsmaschinen konnten hingegen besonders hohe Umsatzzuwächse verzeichnet werden.

Neben der Russland-Krise sieht der VDMA auch die Investitionspolitik der Bundesregierung als Entwicklungshemmnis an. Potentiellen Investoren würden zu wenig Anreize geboten und dementsprechend werde verstärkt im Ausland investiert, monierte Reinhold Festge, Präsident des VDMA, anlässlich einer Pressekonferenz zur Vorstellung der aktuellen Verbandszahlen. Trotz der kritisierten Hemmnisse prognostiziert der VDMA für das kommende Jahr dennoch eine Zunahme des Produktionsvolumens um zwei Prozent. Damit würde erstmals seit bestehen des Verbandes die Marke von 200 Milliarden Euro Produktionsvolumen überschritten.