Ingenieur360

Fahrzeugmarkt in Russland bricht ein

Steuerungselement FahrzeugbauNoch im vergangenen Jahr galt Russland als lukrativer Absatzmarkt für Autohersteller. Viele Anbieter konnten Rekordverkaufszahlen vermelden.

In diesem Jahr hat sich das Blatt gewendet, der Neuwagenverkauf brach um 42,5 % ein und zwingt bereits die ersten Hersteller zu Konsequenzen. Die LKW-Hersteller MAN und Scania fahren ihre Produktion zurück, MAN hat sie sogar bis 12. Mai 2015 komplett ausgesetzt.

Auch der Mutterkonzern beider Unternehmen, Volkswagen, hat die Produktion im Werk Kaluga südlich von Moskau gekürzt und einen erheblichen Stellenabbau angekündigt. Die Konkurrenten Peugeot und Mitsubishi, die ebenfalls in Kaluga Werke unterhalten, haben sich zu vorübergehenden Produktionsstopps entschieden. Und Opel kündigte bereits an, sich vollständig aus Russland zurückziehen zu wollen.

Die Gründe für den dramatischen Absatzrückgang sind vielfältig. Einmal könnten hier durchaus die ersten Auswirkungen der Wirtschaftssanktionen der EU gegen Russland zum Ausdruck kommen, die aufgrund der Ukraine-Krise verhängt wurden.

Zudem hatte nach Angaben des Branchenverbandes Association of European Businesses (AEB) im vergangenen Jahr ein wahrer Run auf die Autohäuser Russlands stattgefunden. Der für Verbraucher vorteilhafte Kurs des Rubels sowie die bereits absehbare Inflation hatte die Investitionslust russischer Bürger in Wertgüter angefacht.

Dieser positive Effekt, den viele Hersteller offenbar als relativ beständig einschätzten, ist nun aufgezehrt. Der AEB geht allerdings von einer leichten Stabilisierung des Marktes noch im Verlaufe dieses Jahres aus, der den Gesamtverlust des Autoabsatzes zum Jahresende auf etwa 24 % reduzieren wird. Dennoch fällt Russland damit für vermutlich mehrere Jahre als Wachstumsmarkt für die Automobilbranche fort.

Bildquelle: Günther Schad / www.pixelio.de

Tagged as: , ,