Ingenieur360

Employer Branding noch relativ unbekannt

StellenmarktEine aktuelle Studie der Serviceplan Gruppe hat sich des Themas Employer Branding, also der Vermarktung eines Unternehmens als attraktiver Arbeitgeber, gewidmet und überraschende Erkenntnisse zu Tage gefördert. Der Fokus der Studie liegt dabei auf Ingenieurstellen der MINT-Fachbereiche (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik).

Obgleich das Thema zumindest dem Namen nach in nahezu sämtlichen der 85 befragten Unternehmen bekannt ist, bestehen dennoch unterschiedlichste Definitionen vom Employer Branding und auch die Zuständigkeit im Unternehmen bereitet oft Probleme. Gemeinsame Eckpunkte der Unternehmen sind die Unternehmensreputation sowie dessen Zuverlässigkeit und Stabilität. Diese und weitere Werte werden zumeist noch klassisch im Recruitingverfahren zur Sprache gebracht.

Doch genau hier liegt das Problem vieler Unternehmen: Wer nicht zu den Global Playern zählt, wird häufig nämlich gar nicht erst von potentiellen Bewerbern gefunden. Mit großer Mehrheit gaben die an der Studie beteiligten 100 Absolventen und 100 Berufstätige die Unternehmenshomepage sowie Onlineportale als die meistgenutzten Informationsquellen bei der Stellensuche an. Doch Unternehmenshomepages können nur gefunden werden, wenn die entsprechenden Unternehmen den potentiellen Kandidaten überhaupt bekannt sind.

Viele Unternehmen des mittelständischen Bereichs bieten exzellente Ein- und Aufstiegschancen, kommunizieren dies jedoch nicht aktiv genug. Insbesondere die Absolventen der Ingenieurfächer erwarten daher von den sogenannten Hidden Champions unter den Arbeitgebern mehr Werbung sowie eine stärkere Präsenz auf Messen und im Internet. Unter den Berufstätigen dominiert zudem der Wunsch, das Unternehmen möge bekannter werden, nicht zuletzt, um auch die eigene berufliche Biografie dadurch aufzuwerten. Ein erster Schritt können Unternehmensprofile auf typischen Karriereseiten wie Xing oder LinkedIn sein. Dort sind auch schon zahlreiche Firmen vertreten (Beispiel GS Wärmesysteme) und bemühen sich um mehr Aufmerksamkeit.

Unternehmensstandort als wichtiges Kriterium
Ein besonders wichtiges Merkmal der Attraktivität eines Arbeitgebers ist für rund ein Drittel der Bewerber der Unternehmensstandort. Hier profitieren Unternehmen in Ballungsräumen, während die Hidden Champions unter den Arbeitgebern oftmals auch im wörtlichen Sinne versteckt fernab der Großstädte liegen. Umso wichtiger für die Unternehmen ist daher die Kommunikation der eigenen Stärken als potentieller Arbeitgeber. Doch diese sind den Unternehmen häufig selber nicht bewusst, ergab die Studie. Dies könnte an unklaren Zuständigkeiten für das Thema Employer Branding liegen.

In den meisten befragten Unternehmen wird dies schlichtweg in die Personalabteilung abgeschoben, die sich zwar um ein ausgefeiltes Recruiting bemüht, jedoch mit dem Marketingaspekt der Arbeitgebermarke oftmals überfordert ist. Die Studie deckte zudem auf, dass nur 28 Prozent der befragten Unternehmen bereits ein stimmiges Konzept zum Thema Employer Branding erarbeitet haben. Und dies obwohl 49% der Unternehmen von einer Verschlechterung der Arbeitsmarktsituation ausgehen und dringend auf Fachkräfte angewiesen sind.

Bildquelle: Paul-Georg Meister / pixelio.de