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Deutscher Exporthandel boomt

ExportNachdem die Exporte aus Deutschland im September auf Rekordhöhe lagen, konnte die Anzahl der Ausfuhren im Oktober noch einmal kräftig gesteigert werden.

Die aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes weisen Exporte in Höhe von 103,9 Milliarden Euro aus, ein neuer Rekord, der um 1,4 Milliarden Euro über dem Vormonatswert liegt.

Mit rund 59,7% geht der Großteil der Exporte nach wie vor ins europäische Ausland. Gestiegen ist dabei der Exportanteil in Länder, die nicht der Eurozone angehören, wie Großbritannien oder Polen.
Hier verzeichnet das Statistische Bundesamt einen Zuwachs von 7,6%, wogegen die Exporte innerhalb der Eurozone lediglich um 1,9% zulegten, insgesamt ist die Eurozone jedoch mit 37% immer noch der wichtigste Exportmarkt.

Die beinahe stagnierende Entwicklung im Euroraum wird vor allem auf die wirtschaftlichen Probleme Frankreichs und Italiens zurückgeführt, die als wichtige Absatzmärkte derzeit in der Krise stecken. Kräftig zugenommen haben mit 6,3% ebenfalls die Exporte ins außereuropäische Ausland, wichtigste Exportnationen bleiben hier unverändert die USA und China.

Trotz einer beachtlichen Exportsteigerung von 4,9% im Vergleich zum Vorjahreswert äußert der Deutsche Industrie- und Handelskammertag nur verhaltene Freude über die gestiegenen Exporte. Vielmehr wird die gleichzeitige Schwächung der Importe als alarmierendes Signal für eine schwache Binnennachfrage interpretiert, deren Ursache einmal mehr in der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns und der Rente mit 63 gesehen werden. Die Importe reduzierten sich im Vergleich zum Vormonat um 3,1%, Schätzungen von Wirtschaftsexperten hatten lediglich einen halb so starken Rückgang erwarten lassen.

Andererseits profitiert jedoch gerade die deutsche Wirtschaft erheblich von den gegenwärtig relativ niedrigen Ölpreisen, die im Vergleich zum Sommer dieses Jahres um rund 30% gesunken sind. Der Ölpreis spielt insbesondere für importierende deutsche Unternehmen eine wichtige Rolle in der Preiskalkulation und sollte die Binnennachfrage spürbar ankurbeln.

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