Ingenieur360

Arbeitnehmer werden nicht ausreichend entlohnt

Nach einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin wurde der Spielraum für die Lohnentwicklung in Deutschland in vielen Branchen über Jahre nicht genutzt.

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Insbesondere die großen Branchen wie Maschinen- und Fahrzeugbau, Metallerzeugung oder die chemische Industrie verzeichneten eine rasante Produktionsentwicklung. Die Löhne der betroffenen Arbeitnehmer wurden zwar ebenfalls angehoben, doch blieb der Lohnanstieg deutlich hinter dem Machbaren zurück.

Um eine faire Lohnentwicklung zu realisieren, hätten seit 2003 pro Jahr um 0,8% höhere Löhne ausgezahlt werden müssen, so das DIW. Von der Lohnentwicklung hängt nach gängiger Expertenmeinung wesentlich die Inlandsnachfrage ab, die in den vergangenen Jahren stetig gesunken ist. Somit würden sich angemessene Lohnerhöhungen auch gesamtwirtschaftlich auszahlen, da hierdurch der Binnenmarkt gestärkt werde. Stattdessen kämpft die Bundesrepublik jedoch mit steigenden Außenhandelsüberschüssen.

Die Studie des DIW belegt dabei deutlich das Paradoxon, dass ausgerechnet die Branchen mit der stärksten Produktionsentwicklung im Verhältnis die geringsten Lohnanstiege verzeichnen. In weniger starken Branchen wie etwa freiberuflichen und technischen Diensten oder in der Forschung und Entwicklung und dem Handel sind die Löhne sogar stärker angestiegen als angesichts der Wirtschaftsleistung zu erwarten gewesen wäre.

Das DIW zieht aus den Studienergebnissen daher die Schlussfolgerung, dass in den Tarifverhandlungen der Gewerkschaften nicht der gesamtwirtschaftliche Durchschnitt ausschlaggebend sein sollte, sondern vielmehr die mittelfristige branchenspezifische Entwicklung.