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Papierbatterie grundsätzlich möglich

Batterie aus PapierMit der Bewilligung eines dreijährigen Forschungsstipendiums in Höhe von 300.000 US-Dollar würdigt die US-amerikanische National Science Foundation die innovative Entwicklung des Elektroingenieurs Seokheun Choi, der als Assistenzprofessor für Elektroingenieurwesen an der Universität Binghampton im US-Bundesstaat New York tätig ist.

Choi hat einem Bericht des Online-Nachrichtenportals ingenieur.de zufolge einen neuartigen Batterietypus entwickelt, der Papier als Ausgangsstoff verwendet. Das Papier wird zunächst mit Aktivkohle und Nickel beschichtet, um die benötigten Anode und Kathode zu erzeugen.

Der Elektronenfluss zwischen den beiden Polen entsteht durch den bakteriellen Abbau organischer Materie aus Abwasser. Das Abwasser wiederum wird auf mit Wachs-Filterpapier beschichtete Stellen des papiernen Grundmaterials gegeben. Das gesamte verwendete Papier muss zuvor noch mit einer speziellen Tinte aus Nanomaterialien behandelt werden, die die elektrische Leitfähigkeit gewährleistet.

Trotz des recht komplexen Aufbaus lässt sich die Papierbatterie laut Erfinder Choi zu einem Stückpreis von rund fünf US-Dollar Cents herstellen und eignet sich insbesondere für die Stromversorgung kleinerer medizinischer Geräte in Entwicklungsstaaten.

Die auch als Origami-Batterie bezeichnete Erfindung besitzt im zusammen geklappten Zustand etwa die Abmessungen einer Streichholzschachtel. Für die Energieversorgung wird die Papierbatterie jedoch auseinander geklappt, sodass deren Form unwillkürlich an die japanische Papierfaltkunst erinnert.

Obgleich Choi mit dem Prototypen einer Papierbatterie die grundsätzliche Wirksamkeit des Prinzips belegen konnte, erzeugt die Batterie bislang noch nicht ausreichend Energie, um Anwendungen zu ermöglichen.

Für die weitere Erforschung der von Bakterien angetriebenen Energiegewinnung erhielt Choi deshalb das Stipendium der National Science Foundation.

Bildquelle: Binghamton University

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