Ingenieur360

Graphen eignet sich als Lichtquelle

Lichtquelle aus GraphenDas Wissenschaftsjournal Natur Nanotechnology berichtet über das beeindruckende Ergebnis eines Experiments, das Wissenschaftler der US-amerikanischen Columbia University in New York durchgeführt haben.

Sie spannten ein Wabengitter aus nur einer einzigen Lage an Graphen-Atomen zwischen zwei Elektroden, die auf einem sogenannte Chipsubstrat befestigt waren.Durch Stromdurchfluss erhitzte sich das Graphen dabei auf rund 2500 Grad Celsius und begann im Zentrum der Wabenstruktur schließlich zu glühen.

Entgegen früherer Forschungen, die mit Graphen lediglich Licht im Infrarotbereich erzeugen konnten, ist das Graphenlicht der neuen Versuchsanordnung mit bloßem Auge sichtbar.

Die Wissenschaftler bezeichnen ihre Entdeckung scherzhaft als die kleinste Glühbirne der Welt, doch das Forschungsergebnis ist durchaus ernst zu nehmen. Aufgrund seiner Eigenschaft, Wärme so gut wie gar nicht an die Umgebung abzustrahlen, eignet sich Graphen hervorragend für den Einsatz in empfindlichen elektronischen Geräten.

Die neue entdeckte Leuchtkraft ebnet den Weg zur Entwicklung flexibler und transparenter Displays von nur wenigen Nanometern Stärke. Solche Displays könnten für wissenschaftliche Forschungen in der Computertechnologie oder auch in der angewandten Chemie künftig eine bedeutende Rolle spielen.

Auch wenn die aufwändige Herstellung der Graphenstruktur eine Verwendung als ultramoderne Glühbirne wenig wahrscheinlich macht, könnte die Technologie in etwas fernerer Zukunft durchaus auch für Belichtungsanwendungen interessant werden.