Ingenieur360

Energy Tower soll Windkraft populärer machen

Alternativen zum WindradWindenergie liegt im Trend, doch die immer größeren Windkrafträder haben mittlerweile auch ihre eingefleischten Gegner gefunden.

Besonders an der Ästhetik der Kraftwerke in ländlichen Regionen sowie an der Geräuschkulisse der Rotoren stören sich insbesondere Anwohner in der Nähe solcher Windparks. Auch Natur- und Tierschutzverbände haben mitunter Sympathieprobleme mit den Windkrafträdern, denn diese können für Vögel und insbesondere für Fledermäuse zu tödlichen Fallen werden.

Was der Energiebranche also fehlt, sind Windkraftanlagen mit geringer Geräuschentwicklung, geringem Gefahrenpotential für Tiere und einem ästhetisch weniger störenden Design. Genau diese Lücke der Windenergie versucht nun das noch im Aufbau befindliche Unternehmen ILWEOS zu schließen. Der Unternehmensname ist dabei Programm, Innovative Lautlose Wind Energie Ouamri Schul.

Der Maschinenbaumechaniker Dirk Schul bastelt an der Idee, sowie dem ersten Prototypen aus Ölfässern, einer nahezu lautlosen Windkraftanlage bereits seit 2008. Auf der Grundlage des sogenannten Savoniusprinzips entwickelte Schul ein vertikales Gehäuse mit einem innen liegenden ebenfalls vertikalen, schaufelförmigen Rotor. Das besondere des Savoniusprinzips ist die Unabhängigkeit der Windnutzung von der Windrichtung.

Mithilfe des Mitbegründers des noch nicht handelsrechtlich eingetragenen Unternehmens, dem Automatisierungsingenieur Dominique Ouamri, konnte Schul das nicht sehr leistungsstarke Savoniusprinzip erheblich optimieren.

Dabei heraus gekommen ist der Energy Tower, eine vertikale aus durchsichtigem Kunststoff bestehende Windkraftanlage, die aufgrund optimierter Windschaufelräder mit zusätzlichen angebrachten Flügeln auf einen Wirkungsgrad von rund 40% kommt. Dieser übertrifft damit sogar den Wirkungsgrad der meisten konventionellen Windräder.

Zudem ist die Energieerzeugung mit dem Energy Tower für das menschliche Gehör nicht wahrnehmbar. Die Geräuschentwicklung liegt bei 7 bis 8 Dezibel, erst ab 10 Dezibel spricht man von wahrnehmbaren Geräuschen.

Durch die Bauweise bedingt, stellt der Energy Tower auch keine Gefahr für Tiere dar. Die Windschaufeln bewegen sich einerseits innerhalb eines Gehäuses, sodass Vögel oder Fledermäuse direkt durch die Öffnungen hinein fliegen müssten. Doch selbst wenn dies geschieht, kommen sie mit hoher Wahrscheinlichkeit unverletzt wieder aus der Ausgangsöffnung heraus.

Aufgrund der transparenten Materialwahl sowie des lautlosen Betriebs, erfüllt der Energy Tower zudem die wichtigsten Ansprüche der Anwohner. Allerdings ist der Energy Tower weniger für ländliche Großflächen konzipiert, als vielmehr für die Stadt.

Neben der als Prototyp verwirklichten 3 Kilowattanlage beabsichtigt ILWEOS auch die Herstellung einer kleineren 1 Kilowattanlage, die von Privathaushalten genutzt werden kann.
Gegenwärtig ist das junge Unternehmen auf der Crowdfunding-Plattform indiegogo.com auf Sponsorensuche für den Start der Serienproduktion.

Bild: Uwe Schlick / pixelio.de

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