Ingenieur360

Die Ingenieurbranchen – Zahlen & Fakten

Welche Unternehmen sind eigentlich im Ingenieurwesen tätig? Nachfolgend wird ein Überblick über die Ingenieurbranche in Deutschland gegen. Die Vielfalt der Arbeitsgebiete macht eine Unterteilung in verschiedene Schwerpunktbranchen sinnvoll.

Elektrotechnik- und Elektronikbranche

Ingenieurbranche ElektrotechnikUnternehmen dieser Branche arbeiten in den Bereichen:

  • Automatisierungstechnik
  • Energie- und Antriebstechnik
  • Nanotechnologie
  • Kommunikations- und Nachrichtentechnik
  • Mess-, Steuer- und Regelungstechnik
  • Robotik
  • Mikrotechnik
  • Informationstechnik

Mit circa 820.000 Beschäftigten, einem Gesamtumsatz von rund 150 Milliarden Euro und einem Anteil von mehr als 50 Prozent an der industriellen Produktion, gehört die Elektrotechnik- und Elektronikindustrie zu den größten und exportstärksten Industriebranchen Deutschlands. In Europa stellt sie den größten Markt für Elektronik, Elektrotechnik und ITK, weltweit rangiert sie nach den USA und Japan auf Platz drei. Die Branche ist hoch innovativ, ihr Anteil am Wirtschaftswachstum überdurchschnittlich.

Automobilbranche

Ingenieurbranche AutomobilDie Automobilproduktion in Deutschland ist die nach China, Japan und den USA viertgrößte weltweit. In der Branche sind etwa 770.000 Menschen beschäftigt. Sie erwirtschaftet einen Jahresumsatz von rund 290 Milliarden Euro und hat 2010 5,9 Millionen Automobile produziert. Zu 90 Prozent handelte es sich dabei um Personenkraftwagen. Mit fast 4,5 Millionen Kraftfahrzeugen exportiert die Branche so viel, wie keine andere. Die Finanzkrise und die starke internationale Konkurrenz haben die bis Dato positive Branchenentwicklung spürbar gedämpft.

Chemiebranche

Ingenieurbranche ChemieDie viertgrößte deutsche Industriebranche beschäftigt 550.000 Menschen und kann einen Jahresumsatz von voraussichtlich 180 Milliarden Euro in 2011 vorweisen. Der Export hat einen hohen Stellenwert: Deutschland ist weltweit noch vor den USA und Belgien führender Chemieexporteur. Auch hier sind mittelständische Unternehmen überdurchschnittlich stark vertreten. Die in der chemischen Industrie hergestellten Produkte finden in nahezu allen Industriezweigen Verwendung. Dazu gehören neben pharmazeutischen Produkten auch Kunststoffe, Lacke, Waschmittel oder Kosmetik.

Luft- und Raumfahrtbranche

Ingenieurbranche Luftfahrt RaumfahrtMit nicht einmal zwanzig, zumeist mittelständischen Betrieben, ist diese Branche zwar recht klein, ihre Relevanz für den Wirtschafts- und Technologiestandort Deutschland ist jedoch immens. Innerhalb der Luft- und Raumfahrtechnik vereinen sich nahezu alle wichtigen Hochtechnologien von der Robotik über MSR bis hin zur Werkstofftechnik und Automatisierung. Die Branche entwickelt sich seit Jahren – und auch trotz der Wirtschaftskrise – konstant positiv. So konnte sie ihren Umsatz 2010 um 4,5% auf insgesamt 24,7 Milliarden Euro steigern. Die Zahl der Beschäftigten liegt bei etwa 95.400.

Maschinen- und Anlagenbaubranche

Ingenieurbranche MaschinenbauDer Maschinen- und Anlagenbau zählt zu den breitesten und vielfältigsten Bereichen der Ingenieurbranche. Hier werden komplexe, anspruchsvolle Produkte entwickelt und hergestellt, die in allen Industriezweigen Verwendung finden. Die Branche setzt sich vorwiegend aus mittelständischen Unternehmen zusammen. Die Anzahl der Beschäftigten liegt insgesamt bei mehr als 900.000. Der Maschinen- und Anlagenbau lebt stark vom Export. Rund 75% der Produktion werden ins Ausland verkauft, der überwiegende Teil innerhalb Europas. Die Branche konnte im Jahr 2010 einen Umsatz von insgesamt 174 Milliarden Euro erwirtschaften.

Stahl- und Metallbranche

Ingenieurbranche Stahl MetallInnerhalb dieser Branche ist zu unterscheiden zwischen Unternehmen der Metallerzeugung und –bearbeitung und solchen, die Metallerzeugnisse herstellen.
In der Stahlindustrie sind rund 90.000 Mitarbeiter beschäftigt, die jährlich etwa 46 Millionen Tonnen Stahl herstellen. In der Europäischen Union belegt Deutschland damit den Spitzenplatz als Rohstahlproduzent, im weltweiten Vergleich den siebten Rang. Die Exportquote liegt bei etwa 50 Prozent.

Den Bereich der Leicht-, Bunt-, Edel- und Sondermetalle deckt die Nichteisen-Metallindustrie ab. Hier sind etwa 111.000 Mitarbeiter in über 600 Unternehmen beschäftigt. Ein Großteil von Ihnen arbeitet in der Erzeugung und Verarbeitung, gefolgt von den Metallgießereien und der Aluminium-Weiterverarbeitung sowie der Feuerverzinkung. Der Gesamtumsatz 2010 lag bei 43,5 Milliarden Euro.

Die Gießerei-Industrie ist eine reine Zulieferer-Industrie. Die etwa 160 deutschen Gießereien sind überwiegend mittelständische Betriebe mit einer Mitarbeiterzahl von etwa 70.000. Der Jahresumsatz 2010 lag bei etwa 10 Milliarden Euro. Die Branche wurde durch die Wirtschaftskrise stark getroffen.
Mehr als 4.700 Unternehmen mit etwa 435.000 Mitarbeitern gehörten 2007 zur Stahl- und Metallverarbeitung. Sie erwirtschafteten in diesem Zeitraum 81,5 Milliarden Euro. Die Exportquote lag bei 14,2 Prozent.

Branche: Erneuerbare Energien

Ingenieurbranche Erneuerbare EnergieDer Industriezweig umfasst den Betrieb und die Errichtung von Anlagen zur Gewinnung erneuerbarer Energien. Die gestiegene Bedeutung alternativer Energieformen verhilft der Branche seit Jahren zu einem rasanten Wachstum und zunehmender Bedeutung. Deutschland nimmt hier in verschiedenen Bereichen, speziell in der Solar- und Windenergie, eine weltweit führende Position ein. Von 2004 bis 2010 verdoppelte sich die Anzahl der Beschäftigten auf rund 370.000. Der Umsatz lag 2009 bei mehr als 37 Milliarden Euro. Dieser Trend wird sich voraussichtlich fortsetzen.

Bilder: Marianne J., Rainer Sturm & Rolf van Melis / pixelio.de