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Start-Up entwickelt neuartige Turbine für Windkraftnutzung

Altaeros-Buoyant-Airborne-Turbine-BATZwei ehemalige Studenten des renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge haben mit dem Start-Up-Unternehmen Altaeros einen guten Riecher für die Windkraftnutzung bewiesen. Nach vierjähriger Forschungs- und Entwicklungsarbeit steht ihre Erfindung, die Buoyant Airborne Turbine (BAT), unmittelbar vor der Marktreife.

Die BAT-Turbine ist eine Windkraftturbine, die ähnlich einem Wetterballon in rund 300 Metern Höhe Strom produzieren soll. Da in dieser Höhe ständige Winde mit hohen Windgeschwindigkeiten wehen, kann in großen Höhen weitaus effizienter Strom aus Windkraft gewonnen werden als über bodennahe Windkrafträder.

Die Turbine besteht aus einer patentierten mit Helium befüllten Hülle, die über kleine Flügel verfügt, mit denen die schwebende Turbine stabiler in der Luft gehalten werden kann. Halteseile fixieren die Turbine in der Luft und verbinden sie mit einer Bodenstation. Die Seile dienen gleichzeitig als Stromleitung. Die erzeugte Energie wird in der Bodenstation zwischengespeichert, bis sie in ein Stromnetz oder ein Gerät eingespeist wird. Zudem sorgt ein Windensystem dafür, dass die Halteseile sich nicht verheddern. Ein eigens entwickeltes autonomes Kontrollsystem regelt die Winden entsprechend. Erzeugt wird der Strom schließlich von drei Rotoren im Inneren der Turbine.

Windkraftwerk kann selbst an den entlegensten Orten für Stromerzeugung genutzt werden

In einem Pilotprojekt soll eine BAT-Turbine in der Nähe der Ortschaft Fairbanks in Alaska aufgestellt werden und zwölf Haushalte mit Strom versorgen. Damit ist die BAT-Turbine das weltweit erste kommerziell genutzte Höhenwindkraftwerk. Entwicklungsansätze gibt es bereits seit längerem, jedoch ist bislang noch kein Projekt über das Entwicklungsstadium hinausgekommen. Die BAT-Turbine besticht dagegen nicht nur durch ihre effiziente Energiegewinnung und den robusten und schlichten Aufbau, sondern eben auch durch die relativ geringen Herstellungs- und Wartungskosten.

So kann die BAT-Turbine selbst im entlegenen Alaska, wo eine Kilowattstunde Strom umgerechnet in der Regel zwischen 25 und 73 Euro-Cent kostet, für gerade einmal 13 Euro-Cent pro Kilowattstunde Strom liefern. Solch attraktive Energiekosten wecken bei den Gründern des Unternehmens Altaeros dementsprechend große Hoffnungen auf weitere Nutzungsmöglichkeiten der Turbine.
So sollen an der US-Ostküste schwimmende Plattformen getestet werden, die BAT-Turbinen als Bodenstationen dienen können. Der Test erfolgt an einem Küstenabschnitt, dessen Wassertiefe herkömmliche Offshore-Anlagen ausschließt.

Der BAT-Turbine scheint somit eine rosige Zukunft bevor zu stehen und sie könnte der Windkraftenergie zu ungeahnten Höhenflügen verhelfen, da sie niedrige Herstellungskosten mit hoher Energieeffizienz und relativ einfacher Wartung verbindet. Über das Seilsystem kann die Turbine nämlich kurzfristig auf den Boden geholt werden. Aufwändige Kranvorrichtungen wie bei Windkrafträdern sind somit nicht nötig.

Foto: http://www.altaerosenergies.com/bat.html