Ingenieur360

Solarfahrzeug als Familienauto

Fahrzeug mit SolarantriebBereits seit 1987 werden auf der Bridgestone World Solar Challenge in Australien die innovativsten Entwicklungen im Bereich der Solarfahrzeuge prämiert. Das etwa 3000 Kilometer lange Autorennen quer durch Australien bietet den Solarfahrzeugen optimale Sonnenverhältnisse, verlangt den Fahrzeugen und Piloten jedoch auch Einiges ab.

Nachdem in den Anfangsjahren verschiedenste Solarmobile gegen einander antraten, haben sich mittlerweile Fahrzeugkategorien etabliert, die der wachsenden Diversität der Fahrzeuge gerecht werden. In 2013 wurde die Cruiser Class eingeführt, die besonderen Wert auf die Alltagstauglichkeit der Fahrzeuge legt und damit gerade auch für die großen Automobilkonzerne wichtige Impulse liefert.

Als Gewinner dieser Fahrzeugklasse ging vor zwei Jahren eine niederländische Studentengruppe der TU Eindhoven mit ihrem Solarfahrzeug Stella hervor. Wenn in diesem Jahr am 08. Oktober erneut der Startschuss für die Bridgestone World Solar Challenge fällt sind die Niederländer erneut dabei. Auf der Internetseite der TU Eindhoven präsentiert das Studententeam die neueste Entwicklung Stella Lux.

Als Viersitzer mit einer Länge von 4,5 Metern macht die Stella Lux der Bezeichnung Cruiser alle Ehre. Innovativ ist nicht nur das Design des Fahrzeugs, das einem Katamaran nachempfunden und mit einer Höhe von nur 1,12 Metern erstaunlich flach ist.

Auch die Bordtechnik überzeugt mit sinnvollen Neuerungen wie einem Radio, das sich bei Nähern eines Martinshorns von selber leise stellt, einem Navigationsgerät, das alternativ zur kürzesten Route auch die sonnenreichste Route zum Ziel berechnen kann sowie einem Bordcomputer, der über den Terminkalender eines Smartphones die benötigte Energie vorausberechnet.

Auch an die für Cruiser unabdingbare Innenausstattung haben die Studenten gedacht, die bequemen Sitze verfügen über leichte Kopfkissen und eine ausgeklügelte Lounge-Beleuchtung sorgt für Behaglichkeit.

Mit Energie versorgt sich das nur 375 Kilogramm leichte Fahrzeug über etwa 400 Solarzellen auf dem großen Flachdach. Die Stella Lux vermag damit nicht nur eine Reichweite von rund 1000 Kilometern zu bewältigen, sie produziert bei günstigen Lichtverhältnissen auch mehr Energie als sie verbraucht und kann diese an andere Geräte abgeben, ideal für`s Camping mit Elektrogrill oder als Starthilfe für altmodische Benziner.

Die Höchstgeschwindigkeit ist mit 125 km/h zwar gemütlich, für das Solar-Rennen jedoch völlig ausreichend. Vor zwei Jahren gewann das Vorgängermodell Stella bereits mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 78 km/h in der Cruiser Class.

Damit der Traum vom solaren Luxusmobil Wirklichkeit werden kann, benötigen die Studenten noch finanzielle Unterstützung. Über eine Crowdfunding-Plattform sucht das Team daher noch nach Sponsoren für das zukunftsträchtige Projekt.

Bildquelle: Barbara Eckholdt / pixelio.de

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