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Schweres Arbeitsgerät trägt zum Waldsterben bei

WaldarbeitenDass Wälder sensible Ökosysteme sind, denen Luft-, Wasser- und Erdverschmutzung erheblich zusetzt, ist seit langem bekannt. Die Forstwirtschaft legt deshalb großen Wert auf Nachhaltigkeit, um die Waldbestände auch langfristig erhalten zu können.

Doch eine bisher kaum beachtete Risikoquelle wird nun durch ein Experiment der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) sowie der Universitäten Zürich, Tartu (Estland) und der TU München offengelegt. In einem vierjährigen Projekt in der Schweiz wurden Fahrrinnen schwerer Forstwirtschaftsmaschinen auf unterschiedlich feuchten Böden hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die mikrobiologischen Vorgänge im Erdreich untersucht.

Arbeitsmaschinen verdichten Boden und zerstören Nährstoffgrundlagen

Das Ergebnis ist sehr beunruhigend, denn das Experiment verdeutlicht, dass die enorme Bodenverdichtung der teilweise bis zu 24 Tonnen schweren Maschinen die Entwicklung wichtiger Pilz- und Bakterienkulturen im Waldboden für viele Jahre oder sogar Jahrzehnte beeinträchtigt. Insbesondere können sich Mykorrhizapilze im verdichteten Boden nicht mehr ausreichend vermehren, sie sind jedoch von großer Bedeutung für das Wachstum der Bäume, die durch die Pilze mit wichtigen Nährstoffen versorgt werden.

Dagegen steigt im verdichteten Boden die Anzahl der Fäulnisbakterien, die das Baumwachstum behindern und zudem Methangas freisetzen. Diese Bodenbeeinträchtigung erreicht ein halbes bis ein Jahr nach dem Einsatz der Maschinen das größte Ausmaß. Die Böden bleiben aber auch nach vier Jahren noch deutlich schlechter für eine Beforstung geeignet, als unbefahrener Waldboden. Die schwersten und damit für den Wald schädlichsten Forstwirtschaftsmaschinen sind sogenannte Holzerntemaschinen, mit denen Bäume gefällt, entästet und aus der Baumrinde geschält werden. Eine Nachpflanzung gefällter Bäume am selben Standort wird aufgrund des verdichteten Bodens erheblich weniger und kleinwüchsigere Bäume hervorbringen, im Vergleich zu den zuvor gefällten Bäumen.

Die an dem Experiment beteiligten Wissenschaftler wollen nun aus den gewonnenen Erkenntnissen ein Frühwarnsystem für drohende Bodenschäden und umweltverträglichere Konzepte für die Waldbewirtschaftung entwickeln.

Foto: RainerSturm / pixelio.de