Ingenieur360

Informatiker der FH Gelsenkirchen entwickeln Einwegroboter

Prof. Dr. Hartmut Surmann von der Fachhochschule Gelsenkirchen arbeitet unter anderem am EU-Projekt NIFTi mit, das der Entwicklung teurer Rettungsroboter dient.
Zusammen mit seinem Masterstudent Christopher Eulering machte sich der Informatiker an die Entwicklung eines günstigen Einwegroboters, dessen Verlust finanziell verschmerzbar ist.

Rettungsroboter kommen in Katastrophenfällen und bei schweren Unglücken zum Einsatz, wenn das Risiko für menschliche Retter zu groß ist. Das können Großbrände in Chemiefabriken oder Verkehrstunnel sein oder auch schwere Unfälle in Stahlwerken. Auch bei dem Atomunglück in Fukushima wurden Roboter eingesetzt. Dort allerdings mit wenig Erfolg, denn das Kommunikationsnetz zur Datenübertragung des Roboters brach weitestgehend zusammen und machte dessen Einsatz oftmals unmöglich.

Dieses Problem lösten die beiden Informatiker mit ihrem Einwegroboter auf elegante Weise. Jeder dieser Roboter ist neben einer Micro-Controller-Platine und einer Kamera auch mit einem Router ausgestattet, der das senden und empfangen von Daten ermöglicht. Werden nun mehrere Roboter zusammen eingesetzt, so bilden sie ein sogenanntes Mesh-Netz, also ein sich situationsbedingt selbst aufbauendes Kommunikationsnetz. Geht einer der Roboter verloren, übernimmt einfach ein anderer dessen Platz als Netzknoten.

Um die Kosten gering zu halten wird das Roboter-Equipment auf einen Modellauto-Unterbau montiert, wie er in jedem Spielwarenmarkt erhältlich ist. Die Geländegängigkeit ist bei hochpreisigen Modellautos dabei vollkommen ausreichend für einen Einwegroboter, denn der muss ja nur seinen Weg direkt in die Gefahrenzone finden. Sogar Modell-Kettenfahrzeuge könnten je nach Untergrund zum Einsatz kommen.

Prof. Surmann beziffert den Endpreis für den Roboter mit 500 €. Das stellt ein wirkliches Schnäppchen dar und kann als erstes Aufklärungssystem bei Rettungseinsätzen einen schnellen Überblick ermöglichen. Anschließend lassen sich die teuren hochkomplexen Rettungsroboter dann gezielt und mit minimiertem Verlustrisiko einsetzen.

Eine so simple wie geniale Idee, die nun auf ihre Vermarktung wartet. Man darf gespannt sein, wann die ersten Einwegroboter ihren schicksalhaften Weg ins Feuer beschreiten und helfen Menschenleben zu retten sowie hohe materielle Verluste zu vermeiden.