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Externer Raketenantrieb soll Raumfahrt effizienter machen

Wasserstoff RaketenantriebDas US-amerikanische Raumfahrtunternehmen Escape Dynamics stellte kürzlich der Öffentlichkeit seinen neu entwickelten externen Raketenantrieb vor, der die Raumfahrt revolutionieren soll.

Während konventionelle Raketentriebwerke mit einem komplexen Chemikaliengemisch betrieben werden, das für den Start eine vorgeschaltete Feststoff-Vortriebstufe benötigt, nutzt der neue externe Raketenantrieb einfach nur einen Wasserstofftank.

Dadurch verringert sich der Anteil des Treibstoffs am Startgewicht um rund 20 %, wodurch die Kosten pro Kilogramm Transportgut deutlich gesenkt werden können.

Um den Wasserstoff zu erhitzen werden Mikrowellen von einer Bodenstation über eine Fläche von einem Quadratkilometer entsendet, die von einem Absorber auf der Unterseite des Triebwerks aufgenommen werden.

Aufgrund dieser externen Triebwerkszündung kann erheblich Gewicht am Triebwerk eingespart werden, die Bodenstation wird über das Stromnetz betrieben, kann grundsätzlich jedoch auch mit eigener Stromversorgung aus regenerativen Energiequellen betrieben werden.

In Labortests konnten die Entwickler des Unternehmens nachweisen, dass die Schubkraft des Wasserstoffantriebs sogar um das Fünffache über der konventioneller Triebwerke liegt.

Ein weiterer schwerwiegender Vorteil ist die ökologische Verträglichkeit des ausgestoßenen Wasserdampfes. Gerade chemische Raketentriebwerke mit ihren oftmals hoch aggressiven chemikalischen Bestandteilen stoßen Unmengen klimaschädlicher Abgase aus.

In Anbetracht des bereits eingeläuteten Zeitalters der kommerziellen Raumfahrt, stellt ein umweltverträgliches Antriebssystem somit einen wichtigen Fortschritt für die Zukunft der Raumfahrt dar.

Escape Dynamics arbeitet nun an der Entwicklung erster Prototypen seines Modellantriebes, diese sollen dann in modernen, wiederverwendbaren Raumgleitern zum Einsatz kommen, die kleinere Lasten bis zu 200 Kilogramm transportieren können. Zu einem späteren Zeitpunkt und nach umfassenden Tests könnten dann auch größere Triebwerke entstehen.