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Ingenieurstudiengänge unter der Lupe: Das Elektrotechnik Studium

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Der Studiengang Elektrotechnik

Studium LupeElektrotechnik ist ein „jüngerer“ Studiengang als andere Studienangebote aus dem Bereich Ingenieurwesen. Der Grund: Noch im 19. Jahrhundert spielte die Elektrotechnik eine untergeordnete Rolle. Dies verwundert nicht, gab es doch zu dieser noch sehr wenige elektrische Systeme. Ab der Jahrtausende, also zum Beginn des 20. Jahrhunderts, entwickelte sich die E-Technik zur eigenständigen Disziplin und gewann seitdem stetig an Bedeutung. Ursprünglich gehörte das Fach übrigens in den Bereich der Physik, wobei heutzutage viel Wissen aus der Informatik und Grundwissen des Maschinenbaus integriert sind.

Studienvoraussetzungen

Der Studiengang Elektrotechnik wird in Deutschland sowohl von technischen Universitäten als auch von vielen Fachhochschulen angeboten. Dementsprechend ist für das Studium an der Universität das Abitur (die allgemeine Hochschulreife) nötig, für ein Fachhochschulstudium muss die Fachhochschulreife vorliegen. Wer ein duales Studium absolvieren möchte, der braucht ebenfalls mindestens die FH-Reife, da es kaum duale Studiengänge an Unis, sondern an Berufsakademien und dualen (Fach)Hochschulen gibt. Aus der Schulzeit sollte man auf jeden Fall ein gutes Verständnis in den Naturwissenschaften, vor allem Mathe und Physik, mitbringen. Darüber hinaus gehören Teamfähigkeit und auch das Interesse an der Lösung von kniffligen Fragen und Problemen zu den persönlichen Voraussetzungen.

Studieninhalte

Elektrotechnik StudiumMathematik und Physik sind die wissenschaftlichen Grundlagen für alle Elektrotechnik-Disziplinen. Darauf aufbauend erhalten Sie eine fachspezifische Grundausbildung beispielsweise in den Fächern Digitaltechnik, Signale und Systeme, Technische Informatik. Die Inhalte des Elektrotechnik Studiums vermitteln den Studierenden Kenntnisse der unterschiedlichen Kontrollen, die bei der Serienfertigung von Geräten, Maschinen und Anlagen notwendig sind. Auch die Instandhaltung und die Inbetriebnahme elektrischer Geräte und Komponenten sowie das Montieren mechanischer Teile gehört ebenfalls zu den Inhalten des Studiums.

Insgesamt gibt es über 200 Studienangebote in der Elektrotechnik, die Auswahl sollte daher mit größer Sorgfalt vonstatten gehen. Tipp: Auf den Webseiten der in Frage kommen Hochschulen die Curriculae herunterladen und genau vergleichen. Zudem schadet ein Besuch der Studienberatung der Hochschulen genauso wenig wie ein Gang zu Abiturientenmessen wie Einstieg Abi oder Horizon.

Studienorganisation

Elektrotechnik StudierenDas vielseitige und anspruchsvolle Bachelor Studium, das Grundlagen in den Fächern Mathematik, Physik, Informatik und Elektrotechnik vermittelt, ist an den meisten Hochschulen in die vier Hauptbereiche Informationstechnik, Elektrische Energietechnik, Mikroelektronik/ Mikrosystem-/ Nanotechnik sowie Mess-/ Leit-/ Automatisierungstechnik unterteilt. Ergänzt werden die Vorlesungen durch viele Übungen und praktische Laborstunden, in denen die theoretisch erlernten Grundlagen in praktischen Versuchen angewandt werden, und der Umgang mit den Geräten vermittelt wird.

Die Lehrinhalte für das Bachelor Studium sind an den meisten deutschen Hochschulen sehr ähnlich, die angebotenen Masterstudiengänge sind oft weiterführende Vertiefungen. Dabei handelt es sich beispielsweise um bestimmte Fachrichtungen wie Automatisierung, Mikroelektronik oder erneuerbare Energien.

Studienabschlüsse

Der überwiegend vergebene Abschluss ist der Bachelor of Engineering. Es gibt allerdings auch Hochschulen, die den Studiengang mit Abschluss als Bachelor of Arts oder Bachelor of Science anbieten. Hier ist wichtig, die Studieninhalte untereinander zu vergleichen.

Nach dem Erststudium, dem Bachelor, kann man entweder einen weiterführenden Master anstreben (ebenfalls als Master of Engineering oder auch Arts oder Science) oder in die Berufswelt einsteigen und beispielsweise später den Master oder MBA nebenberuflich erwerben.

Zukunftschancen nach dem Abschluss

ElektrotechnikDie Chancen auf dem Arbeitsmarkt sind für die erfolgreichen Absolventen eines Elektrotechnik-Studiums sehr gut. Trotz der angespannten Wirtschaftslage bleiben heute viele offene Stellen für studierte Elektrotechniker unbesetzt, weil die Anzahl der ausgebildeten Ingenieure den Bedarf nicht deckt. Bei Softwarehäusern, in der Medizintechnik, sowie in den Bereichen der Energieerzeugung und der Fahrzeugtechnik bestehen vielfältige Einsatzmöglichkeiten für Elektrotechniker. Die Arbeitslosenquote von Ingenieuren liegt bei weniger als zwei Prozent, was praktisch einer Vollbeschäftigung entspricht.

Nach wie vor gibt es in diesem Bereich noch zu wenig Studienanfänger, und auch die Absolventenzahlen, welche die Zahl der Ingenieure, die aus dem aktiven Berufsleben ausscheiden, nicht erreichen, werden voraussichtlich ab dem Jahr 2020 zu einem eklatanten Fachkräftemangel auf dem Gebiet der Elektro- und Informationstechnik führen. Die Auswirkungen des G8-Modells lassen eine sinkende Zahl von Hochschulabsolventen erwarten, so dass der Bedarf and qualifizierten Elektroingenieuren nicht gedeckt werden kann, zumal ungefähr ein Drittel der ausländischen Studierenden nach Abschluss ihres Studiums wieder in ihre Heimatländer zurückkehren und damit für den deutschen Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen. Umgekehrt proportional nimmt die Bedeutung der Elektrotechnik auf den Gebieten der Energieeffizienz, der Elektromobilität und der IT-Sicherheit immer mehr zu.

Bilder: Karl-Heinz Laube & Thomas Siepmann / pixelio.de