Ingenieur360

Hightech in der deutschen Industrie

Fast 15 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung

MicrocontrollerDie vor vier Jahren von der Bundesregierung ins Leben gerufene Initiative „Die neue Hightech Strategie – Innovationen für Deutschland“ zeigt deutlich und nachhaltig Wirkung. Im Jahr 2015 belaufen sich die Investitionen der öffentlichen Hand auf Bundesebene in Sachen Forschung und Entwicklung auf 14,9 Milliarden Euro. Gegenüber 2005 bedeutet dies eine Steigerung von 65 Prozent innerhalb von zehn Jahren. Auch aus diesem Grund kommen fünf der zehn innovationsstärksten Unternehmen Europas aus Deutschland.

Ein Wirtschaftsstandort voll Dynamik

Entsprechend stark ist auch der Handel mit forschungs- und entwicklungsintensiven Gütern auf den internationalen Märkten. Hier behauptet Deutschland mit einem weltweiten Anteil von 12 Prozent einen starken zweiten Platz hinter China und damit noch vor den USA und Japan. Der Gedanke hinter der Hightech Strategie des Bundes ist vor allem, aus Ideen möglichst schnell serienreife Produkte zu entwickeln. Hier bescheinigt die Expertenkommission für Forschung und Innovation (EFI) in ihrem diesjährigen Gutachten eine erfolgreiche Arbeit. Denn nur auf diesem Weg lassen sich in Deutschland Arbeitsplätze mit Zukunft langfristig sichern.

Spitzenprodukte von kleinen Großen

Neben großen Namen wie Siemens sind es in Deutschland vor allem die Weltmarktführer in wirtschaftlichen Nischenbereichen, die dem Wirtschaftsstandort Deutschland einen Wettbewerbsvorteil in Sachen Innovation verschaffen. Neben rein deutschen Firmen sind es dabei auch die deutschen Töchter internationaler Unternehmen, die in ihren deutschen Niederlassungen für den nötigen Innovationsschub sorgen. Ein Beispiel hierfür ist der seit 2005 in Löhne befindliche Motorspindel Hersteller PDS. Dieser setzt konsequent auf stetige Weiterentwicklung der Produktpalette, wobei die internationale Ausrichtung und Positionierung einen positiven Synergie Effekt in Sachen Innovationen nach sich zieht. Da das Gros der Arbeitsplätze in Deutschland im mittelständischen Bereich beheimatet ist, ist es umso wichtiger gerade diesen Wirtschaftszweig fit für die Zukunft zu machen und zu halten.

Nachholbedarf in Sachen Netzausbau

Allerdings nimmt Deutschland nicht in allen Bereichen Spitzenpositionen ein. Als echtes Manko ist vor allem die Infrastruktur in Deutschland in Sachen Internet zu nennen. Beruflich oder privat nach Deutschland reisende Schweden geben zu Hause vor der Abreise oft scherzhaft an, in den nächsten Wochen offline zu sein. Die Planungen sehen vor, dass bis 2018 überall in Deutschland Highspeed Internet per Glasfaser mit 50MBit pro Sekunde verfügbar sein soll. Allerdings werden nach Experteneinschätzungen andere Länder bis dahin 100MBit erreicht wenn nicht gar überschritten haben. Insofern genügt es nicht, dass in Deutschland im Maschinenbereich im Jahr 2014 mehr als 5.700 Patente neu angemeldet wurden. Es muss auch darum gehen, die betreffenden Untenehmen mit einer Infrastruktur auszustatten, welche dieser Dynamik in ausreichender Weise Rechnung trägt. Insofern geht es in den kommenden Jahren, die guten Voraussetzungen in Deutschland in Sachen Innovation noch besser zu machen und vor allem im Bereich Internetversorgung in der Breite zur Weltspitze aufzuschließen. Denn gerade viele der erwähnten kleinen Weltmarktführer haben ihren Sitz in Deutschland oftmals nicht in der Stadt, sondern auf dem Land.