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Fracking steht im Verdacht Erdbeben zu begünstigen

FrackingIn keinem anderen Land der Welt wird Fracking so intensiv betrieben wie in den USA.

Das Aufbrechen tiefer Gesteinsschichten mit einer Mischung aus Wasser, Sand und Chemikalien, die mit hohem Druck durch Bohrlöcher in die Gesteinsschichten gepresst wird, hat dort regional bereits Besorgnis erregende Folgen nach sich gezogen.

So ist in Frackinggebieten teilweise das Grundwasser mit den Chemikalien der Fracking-Flüssigkeit kontaminiert, der Erdboden durch Unterspülungen erodiert und das freigesetzte Erdgas tritt mitunter unkontrolliert aus Erdrissen aus.

Dennoch wird in den USA bislang an der international äußerst umstrittenen Fördermethode festgehalten, da diese den Vereinigten Staaten erst ermöglichte, vom Erdölimporteur zum Gasexporteur aufzusteigen.

Doch die politisch gewollte Lösung des Energieproblems der USA erhält nun einen weiteren Dämpfer durch eine Studie der United States Geological Survey (USGS), einer Unterbehörde des Innenministeriums, die einen signifikanten Zusammenhang zwischen der Anwendung des Frackings und einer Steigerung der Erdbebenhäufigkeit in den entsprechenden Regionen feststellt.

Der Studie zufolge konnte in insgesamt 14 Regionen der USA eine deutliche erhöhte Anzahl an Erdbeben festgestellt werden. Am stärksten betroffen ist der Bundesstaat Oklahoma, der über die größten Frackingfelder verfügt. Dort hat sich die Anzahl gemessener Erdbeben von 2013 auf 2014 verfünffacht.

Es handelt sich bei den zusätzlichen Erdbeben zwar durchweg um leichte Erderschütterungen, die keine nennenswerten Schäden hervorgerufen haben, doch die Behörde ist dennoch alarmiert und will nun weitere Forschungen diesbezüglich in Auftrag geben.

Als Ursache der vermehrt auftretenden Beben werden bislang Verwerfungen der Erdkruste vermutet, die sowohl durch das Eindringen des Fracking-Cocktails in die Erdschichten als auch durch das Abpumpen des Gemisches entstehen.

Denn die in das Erdreich gepresste Flüssigkeit verbleibt nur zu einem Teil in der Erde, ein weitaus größerer Teil Tritt an verschiedenen Stellen wieder an die Erdoberfläche, wird dort aufgefangen und erneut verwendet. Dabei lässt sich praktisch nicht vorhersagen, an welchen Stellen die Flüssigkeit an die Oberfläche gelangt, da durch den extremen Druck Gesteinsschichten gebrochen werden und sich willkürlich Risse und Kanäle bilden.

Genau dieser Vorgang begünstigt offenbar auch die Entstehung bislang kleiner Erdbeben, im ungünstigen Fall kann sich jedoch durchaus auch eine größere Verwerfung der Gesteinsschichten bilden, die Beben mit erheblichen Schadensfolgen nach sich ziehen könnte.

Zunächst plant die USGS nun die Einrichtung einer speziellen Datenbank, die kontinuierlich mit Messdaten versorgt wird. Sollte sich dabei der Zusammenhang des Frackings mit den auftretenden Beben bestätigen, wird eine neue politische Diskussion um das Fracking unumgänglich sein.

Bereits gegenwärtig wächst der Widerstand gegen das Fracking innerhalb der US-amerikanischen Bevölkerung, nicht zuletzt auch aufgrund zahlreicher internationaler Gutachten mit negativer Umweltbilanz der Fördermethode, die auch in den USA verstärkt Beachtung erfahren.

Bildquelle: Katja Neubauer / pixelio.de

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